45-jähriges Opfer muss operiert werden

Nach Prügelattacke: Tram-Fahrer erlitt Nasenbeinbruch

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Tatort: Als der Tram-Fahrer am Dienstagabend an der Haltestelle Nordstraße in Vellmar stoppte, griff ihn der 20-jährige Vellmarer an und brach ihm mit einem Kopfstoß das Nasenbein.

Vellmar/Kassel. Übel ausgegangen ist für den Tram-Fahrer der Linie 1 die Prügelattacke eines 20-jährigen Vellmarers am Dienstagabend an der Haltestelle Nordstraße in Vellmar. Laut KVG-Sprecherin Heidi Hamdad erlitt der 45-jährige beim Kopfstoß des Übeltäters einen Nasenbeinbruch samt mehrerer Blutergüsse.

Er wird voraussichtlich am Montag operiert. Wie die Polizei berichtete, hatte der Täter am Dienstagabend auf der Fahrt der Linie 1, die von Schloss Wilhelmshöhe nach Vellmar führt, schon während der Fahrt mehrere Fahrgäste belästigt. Während des Stopps an der Haltestelle Nord kam es nach den Ermittlungen der Polizei um 20.45 Uhr dann zum Eklat: Der Täter beleidigte den Tramfahrer zuerst, würgte ihn danach am Hals und versetzte dem 45-Jährigen einen Kopfstoß, bei dem das Nasenbein brach. Das Opfer musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Nach Auskunft der KVG-Sprecherin gilt der Tram-Fahrer, der schon mehrere Jahre bei der Kasseler Verkehrsgesellschaft arbeitet, als „zuverlässig und besonnen. Das ist kein Hitzkopf.“ Es werde jetzt bestimmt eine Weile dauern, bis der Fahrer seinen Dienst wieder antreten könne, erklärte Hamdad gegenüber unserer Zeitung.

Heidi Hamdad

Sie verweist darauf, dass solch schwere Körpverletzungen „nur sehr, sehr selten vorkommen“. Auch wenn weder die KVG noch die Polizei Statistiken darüber führten, handele es sich um „Einzelfälle.“

Was dem 20-jährigen Angreifer die Attacke erleichterte, war die Tatsache, dass es sich bei der entsprechenden Straßenbahn der Linie 1 laut Hamdad um ein älteres Modell aus den Anfängen der 1990er-Jahre gehandelt habe, das noch nicht mit einer Fahrerkabine ausgerüstet sei. Das sei erst bei den neueren Trams der Fall. „Bei den modernen Fahrzeugen ist die Fahrerkabine von außen nicht zu öffnen“, sagte Hamdad. Jetzt sollen die älteren Trams nach und nach umgerüstet werden.

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Die KVG-Sprecherin verwies jedoch darauf, dass diverse Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz eines Fahrers vorhanden seien. So könne die Leitstelle vom Fahrer über Funk erreicht werden. „Dort steht ein rotes Telefon mit direktem Draht zu Rettungskräften, Polizei und Feuerwehr.“ Darüber hinaus gebe es einen Alarmknopf am Fahrerpult, über den ein Funkkanal freigeschaltet werden könne, damit alle anderen Fahrer den Funkverkehr des in Not geratenen Kollegen mithören könnten.

Gegen den 20-jährigen Vellmarer wird jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Von Stefan Wewetzer

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