Berichterstattung sei "riesige Sauerei"

Über 200 Besucher beim AfD-Neujahrsempfang der vier nordhessischen Verbände in Vellmar

+
Fühlt sich von der Presse schlecht behandelt: Florian Kohlweg, Vorsitzender der AfD Kassel-Land, hatte den Neujahrsempfang in Vellmar organisiert.

Vellmar/Kassel. „Das ist eine riesige Sauerei“, sagte Florian Kohlweg, Vorsitzender der AfD Kassel-Land über die Berichterstattung der HNA in der vergangenen Woche.

Diese Zeitung hatte über im Internet aufgetauchte Nazi-Vorwürfe gegen Kohlweg und Michael Werl (Kassel) berichtet. Werl und Kohlweg hatten die Chat-Verläufe als Fälschungen bezeichnet. Die linken Internetseiten, auf denen die Gesprächsverläufe veröffentlicht wurden, seien nicht glaubwürdig, so Kohlweg. Dass dennoch darüber berichtet worden sei, sei kein seriöser Journalismus. Die HNA bedrohe damit die Existenz zweier junger Männer, sagte der 20-jährige Parteivorsitzende am Sonntag vor über 200 Frauen und Männern im Bürgerhaus Vellmar West.

Warnung: Dieser Zettel hing am Eingang des Bürgerhauses.

Dort fand der Neujahrsempfang der AfD-Verbände Kassel-Land, Kassel-Stadt, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner unter Polizeischutz statt. Allerdings hatten sich nur um die 15 Gegendemonstranten vor dem Bürgerhaus versammelt, um gegen die Veranstaltung zu protestieren. Lange hielten es die Frauen und Männer aber draußen nicht aus. Bevor im Saal mit den Reden begonnen wurde, waren sie bereits verschwunden. „Es regnet doch“, witzelte ein AfD-Ordner über die Ausdauer der Demonstranten. Er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „Hart und zäh“.

Als „rot lackierte Nazi-Hansel“ bezeichnete David Bendels aus Bayern, der neben Dr. Nicolaus Fest (siehe unten) als Gastredner auftrat, die Gegner der AfD. Bendels war bis Sommer 2016 Mitglied der CSU.

Den Zuhörern erklärte er, warum die CDU/CSU nicht mehr Heimat von konservativen Menschen sein könne.

Die CSU dulde eine „linksideologische Politik der CDU „zwischen Marx und Murcks“. Die Union sei unter anderem für die „gefährliche Bundeswehrreform“, den „irrationalen Ausstieg aus der sicheren Kernenergie“ und eine mittelstandsfeindliche Wirtschaftspolitik verantwortlich, sagte Bendels, der Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten ist. Dieser Verein unterstützt die AfD in Wahlkämpfen.

In den Bundestag will auch Mariana Harder-Kühnel, hessische Spitzenkandidatin, ziehen. 2016 sei der Terror nach Deutschland gekommen, sagte die Rechtsanwältin aus Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis). Mit der Bundestagswahl bestehe 2017 die Chance, die Sicherheit und Freiheit zu verteidigen. Die AfD sei der Hoffnungsträger für viele Menschen. „Wir sind dabei, Deutschland zu redemokratisieren“, sagte die Kandidatin. Schließlich sei es der AfD bei den vergangenen Wahlen gelungen, viele Nichtwähler wieder an die Urnen zu bringen. Es werde Zeit, dass die Politik gegen die eigene Bevölkerung in Deutschland beendet werde, sagte Harder-Kühnel.

Überall gebe es mittlerweile Kontrollen – bei Fasching, Fußball und Silvester. Die AfD wolle, dass es solche Kontrollen wieder an den Staatsgrenzen gebe. „Wir wollen uns nicht daran gewöhnen, dass der Terror zu den Lebensrisiken im 21. Jahrhundert gehört.“ Dafür gab es von den Besuchern stehend Applaus.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.