Über 700 Besucher beim Lesertreff

Großes Interesse an Kandidaten für Bürgermeisterwahl in Vellmar

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Volles Haus: Saal und Empore der Mehrzweckhalle Frommershausen waren beim HNA-Lesertreff am Mittwoch gut gefüllt. Fotos: Malmus

Vellmar. „So voll war es lange nicht mehr", sagt ein Besucher beim Blick in die Frommershäuser Mehrzweckhalle. Und in der Tat: Das Interesse der Vellmarer am künftigen Bürgermeister ihrer Stadt ist riesig.

Über 700 Gäste verfolgen den HNA-Lesertreff mit den drei Kandidaten Manfred Ludewig (SPD, 48), Alexander Kampe (parteilos, 49) und Daniel Lindner (unabhängig, 27).

Die drei Anwärter auf die Rathausspitze erweisen sich trotz eines bislang schleppenden Wahlkampfes durchaus als schlagfertig. Für die Fußball-WM würden Kampe und Lindner als Torhüter mit Überblick aufs ganze Spielfeld zur Verfügung stehen, Ludewig als laufstarker 6er im Mittelfeld. Nach der Wunschposition der Kandidaten im Nationalteam hatten die HNA-Redakteure Stefan Wewetzer und Michael Schräer gefragt. Die Antworten kommen prompt mit Witz und Charme.

Bei den ernsteren Themen liegen die Meinungen der Anwärter ebenso häufig auf einer Ebene, nur in Ansätzen gibt es Unterschiede, sodass es die Vellmarer bei der Bürgermeisterwahl nicht einfach haben werden. Ludewig schlägt den Weg ein als Mann mit großer kommunalpolitischer Erfahrung. Er werde auch ohne große Einschnitte beispielsweise für die Vereine den Haushalt konsolidieren können, versprach er den Zuhörern. Kampe - vom Auftreten etwas forscher - will genauer hinschauen bei den Ausgaben. Bei jedem Produkt der Stadt Vellmar müsse man prüfen, was dieses die Stadt kostet, sagte er. Es gehe dann darum, wie die Kosten reduziert werden könnten.

Lindner will sich bei den Sanierungsvorhaben dafür einsetzen, „dass zügig renoviert und Bestehendes erhalten wird“. Für Prunkbauten sei er nicht zu haben. Der 27-Jährige setzt beim Publikum durchaus auf seine Jugend und gibt dabei auch mal offen auf eine Frage zur Hortbetreuung zu: „Ich kann zur Hortsituation noch nichts sagen. Ich hab’ mir da noch keine Gedanken gemacht.“

Alexander Kampe sagt auf eine Frage aus dem Publikum zu, mehr wohnortnahe Hortplätze schaffen zu wollen. Und Manfred Ludewig will sich dafür einsetzen, dass die Kulturhalle Niedervellmar auf jeden Fall erhalten wird. HNA-Leserin Ingrid Ullrich-Sostmann hatte nämlich schon festgestellt: „Die Niedervellmarer fühlen sich abgehängt.“

Schwammig bleiben die drei Kandidaten beim Themenfeld Stadtentwicklung. Lindner und Kampe sehen ihre Rolle im Bürgermeisteramt eher als Moderator für die Geschäftsleute in der City. Ludewig will untersuchen, ob Rathaus und Parkdeck kostengünstiger als bislang geplant renoviert werden können.

Immerhin: Alexander Kampe hat eine Vision und setzt damit den größten Überraschungspunkt am Abend: Er würde beim Umbau der Innenstadt den Rathausplatz am liebsten auf den jetzigen Festplatz verlegen. „Das wäre ein großer Traum von mir.“

Übrigens: Für die Würze des Lesertreffs sorgten die Besucher mit ihren vielen Fragen. Mehr Antworten gibt es dann nach der Wahl am 25. Mai.

Von Sven Kühling

Bilder vom Lesertreff

HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Vellmar

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