Unfall-Haus in Vellmar: Paar sucht neue Wohnung

Noch immer geschockt: Mathias Gohra und Anette Gladek wohnen seit dem schweren Unfall am frühen Sonntagmorgen bei Verwandten. Jetzt suchen sie eine neue Wohnung für sich und die beiden Töchter. Foto:  Shuhaiber

Vellmar. Nachdem ein Auto am frühen Sonntagmorgen die Hauswand eines Mehrfamilienhauses an der Obervellmarschen Straße in Vellmar durchbrochen hatte, sitzt der Schock bei den Mietern, Anette Gladek und ihrem Lebensgefährten Mathias Gohra, tief.

Das Paar war am Montagvormittag noch einmal in die gemeinsame Wohnung gefahren, um die wichtigsten Sachen für die beiden zweieinhalb und sieben Jahre alten Töchter aus dem Trümmerfeld, das mal ein Kinderzimmer war, zu holen. In der Unfallnacht hatte Anette Gladek nur schnell die Kinder gepackt und war sofort zu Verwandten gefahren, damit die beiden kleinen Mädchen möglichst wenig von dem Unfallszenario mitbekommen.

Auch Wertsachen wie den Laptop packte das Paar am Montagvormittag notdürftig zusammen. Denn in der Hauswand klafft ein großes Loch, das lediglich mit einer Lage Malerfilz abgehangen wurde.

Das Paar mag sich indes gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können. Mathias Gohra hatte in der Unglücksnacht im Wohnzimmer, direkt neben dem Kinderzimmer, auf der Couch geschlafen. Beide sind immer noch sichtlich erleichtert, dass die beiden Töchter ausgerechnet in dieser Nacht bei ihrer Mutter und nicht im eigenen Bett geschlafen hatten.

In die Wohnung zurückkehren wird die Familie nicht. „Wir können hier nicht mehr ruhig schlafen, das ist schon das zweite Mal, dass etwas passiert ist“, sagen sie. Erst vor gut einem Jahr war ein Auto in ein leer stehendes Fachwerkhaus direkt gegenüber gekracht. Jetzt hofft das junge Paar, schnell eine neue Wohnung zu finden.

Die Nachbarin, eine alleinerziehende Mutter mit vier Kindern, die im Obergeschoss des Hauses wohnt, ist nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Wolfhard Eidenmüller, in einer Pension in Harleshausen untergebracht worden. Eidenmüller war noch in der Nacht vor Ort gewesen, um den Familien die Unterstützung der Stadt anzubieten. „Wir haben den Familien eine Kostenübernahme zugesagt, falls es zu Verzögerungen seitens der Kfz-Versicherung des Unfallfahrers kommen sollte.“

Ein 26-jähriger aus Vellmar war betrunken mit seinem Auto auf der Kasseler Straße Richtung Weideweg unterwegs gewesen. Auf Höhe der Obervellmarschen Straße kam er mit dem Wagen „vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit“ von der Fahrbahn ab, prallte gegen eine Ampel und krachte in die Hauswand.

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