83 Ehrenamtliche engagieren sich

Unterstützerkreis Rosengarten setzt sich für Flüchtlinge ein

Fleißige Helfer: Petra Oeste und Edeltraud Jungermann von der Handarbeitsgruppe Wollmäuse, Oliver Ulloth, Adalbert Grzechca, Regine Braunen, Dagmar Hanke, Bianca Eisbrecher, Wioletta Klenner sowie Elke Wegener, Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Vellmar (von links), gehören zum Unterstützerkreis der Gemeinschaftsunterkunft Rosengarten in Vellmar, die vom Landkreis Kassel, hier Sprecher Harald Kühlborn (rechts), eingerichtet wurde.

Vellmar. Die große Hilfe, die der Unterstützerkreis den derzeit rund 35 Flüchtlingen in der Gemeinschaftsunterkunft Rosengarten in Vellmar bietet, begann mit einer einfachen Geste.

Vor drei Jahren schrieben Oliver Ulloth und Oleksandr Kulykov, Vorsitzender des Ausländerbeirats der Stadt Vellmar, bei einem ihrer ersten Besuche in dem ehemaligen Hotel an der Bundesstraße 83 die wichtigsten Notrufnummern auf einen Zettel, den sie im Treppenhaus aufhängten.

Mit den passenden Bildern für Feuerwehr, Polizei und unter anderem dem ärztlichen Bereitschaftsdienst konnten die Bewohner aus Eritrea, Afghanistan, Albanien, Serbien sowie zum Beispiel dem Iran im Notfall schnell Hilfe holen. „Das war unsere erste Aktion - und der Unterstützerkreis war geboren“, erinnert sich Oliver Ulloth, Kreistagsabgeordneter und Stadtverordneter aus Vellmar.

„Kurz darauf kam ein Stadtplan hinzu, damit sich die Bewohner gut in ihrem neuen Umfeld zurechtfanden“, ergänzt Stadträtin Regine Braunen, die sich mit 82 weiteren Ehrenamtlichen aus Vellmar und Umgebung ebenfalls im Unterstützerkreis Rosengarten engagiert. Dazu zählt auch Elke Wegener, Vorsitzende des Ortsvereins Vellmar der Arbeiterwohlfahrt, zu dem der Unterstützerkreis inzwischen gehört.

Die schlichte Tafel, mit der alles begann, haben die Helfer im Alter von 20 bis 91 Jahren im Laufe der Zeit gefüllt: Ein Wochenplan gibt Auskunft über das breitgefächerte Programm, das der Unterstützerkreis in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen auf die Beine gestellt hat. Die Sprach-, Computer-, Sport- und beispielsweise Handarbeitsangebote sind nicht nur offen für die Menschen, die in der Gemeinschaftsunterkunft wohnen, sondern auch für alle Asylbewerber, die eine Wohnung in Vellmar und den benachbarten Gemeinden gefunden haben. Besonders begehrt ist laut Ulloth der Sprachkurs. „Wir fragten die Bewohner zu Beginn, was sie dringend benötigen. Sie antworteten: ‚Wir wollen Deutsch lernen - und so organisierten wir das Kursprogramm.“

Auch für Anregungen von den Bewohnern Vellmars sei der Unterstützerkreis offen, betont Ulloth. So wie von Wioletta Klenner aus Niedervellmar, die - wie sie erzählt - zunächst nur neugierig gewesen sei. „Ich wusste zuvor nicht, was hier passiert. Ich kam her, sah mich um und bot meine Hilfe an. Ab Donnerstag, 27. August, 16 Uhr, werde ich im Rosengarten mit Kleinkindern malen, kneten, spielen und basteln“, sagt sie. Das freut auch Ulloth: „Wir sind superstolz, dass sich hier so viele aufgeschlossene Menschen, Vereine und Verbände einbringen, mit denen unser Unterstützerkreis mittlerweile sehr gut vernetzt ist. Negative Stimmung gibt es bei uns nicht.“

Von Sarah Rogge-Richter

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