Erneut Appell an Verkehrsbehörden

Vellmar fordert Lärmschutz an der B 7 entlang der Wohngebiete

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Durch den Ort: Die Bundesstraße 7 führt mitten durch die Stadt Vellmar. Links ist der Ahnepark zu sehen. Ganz rechts oben im Bild wird deutlich, wie nahe die Häuser an der Trasse stehen. Insbesondere die Anlieger der Nordstraße und der Espenauer Straße sind von dem Lärm betroffen.

Vellmar. Die Lärmbelastung in Vellmar hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Nach Angaben der Stadt fahren täglich 19.000 bis 21.000 Fahrzeuge durch den Ort.

Jetzt haben sich alle Fraktionen des Vellmarer Stadtparlaments darauf verständigt, noch einmal einen gemeinsamen Vorstoß zu wagen und einen Appell an Hessen Mobil und die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Kassel zu richten. In der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend im Bürgerhaus Vellmar-West reichten die Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen einen gemeinsamen Antrag mit der Forderung nach mehr Lärmschutz entlang der Bundesstraße 7 ein.

Konkret fordern die Parlamentarier, dass der Magistrat mit Hessen Mobil erneut in Kontakt tritt, um geeigneten Lärmschutz entlang der B 7 im Bereich zwischen der Triftstraße und dem Dachsberg einzufordern und diese zeitnah umzusetzen. Außerdem fordern die Fraktionen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 80. Dritte und letzte Forderung der Fraktionen ist die Teilnahme von Hessen Mobil und dem Landkreis Kassel als zuständige Straßenverkehrsbehörde an einer Anliegerversammlung, um sich dort den Fragen der Bürger zu stellen. In der Vergangenheit waren die Behörden nach Angaben der Parlamentarier einer Einladung nicht gefolgt.

Zwar ist den Fraktionen bewusst, dass sie formal rechtlich keinen Anspruch auf Lärmschutz haben, sie wollen aber erneut politischen Druck aufbauen. Das Thema sei seit 2012 auf der Agenda. Der damalige Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) hatte seinerzeit vorgeschlagen, die Lärmbelastung durch Flüsterasphalt zu reduzieren. „Der gemeinsame Antrag ist ein sehr positives Ergebnis, um in Vellmar entlang der Wohnbebauung etwas zu erreichen“, sagte Oliver Ulloth von der SPD. Dem stimmte auch Siegfried Kopperschmidt (Grüne) zu: „Seit 2012 beschäftigt uns das Problem, wir suchen nach Lösungen, haben nichts erreicht, aber viel gelernt“, sagte er. Kritik übte Kopperschmidt an der Gesetzeslage. Demnach würden Grenzwerte lediglich errechnet, jedoch nicht gemessen. Die subjektive Belastung der Anlieger finde kein Gehör. Auch Michael Stöter von der CDU forciert den erneuten Vorstoß. Die Fraktion sei dabei, schließlich habe die CDU das Thema Lärmschutz schon Jahren angestoßen. Ein alleiniges Tempolimit sei aber keine Option. Vielmehr solle sich der Magistrat für die Installation von Flüsterasphalt oder Lärmschutzwänden stark machen: „Das Tempolimit müsste regelmäßig kontrolliert werden und hätte nur eine Placebowirkung.“ Nachhaltiger Lärmschutz sehe anders aus. 

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