Filiale am Rathausplatz macht Ende April dicht

Vellmar: Geschäftsleute kritisieren Wegzug der Post

Macht dicht: Die Postfiliale am Rathausplatz in Vellmar schließt zum 30. April. Die Gewerbetreibenden vor Ort fürchten nun, dass wegen des Wegzugs des Versandunternehmens weniger Kunden in ihre Geschäfte kommen. Fotos: Brauner

Vellmar. Die Post zieht weg vom Rathausplatz in Vellmar und kehrt damit dem Zentrum den Rücken. Ab Mai wird dann die neue Filiale im Nahkauf Frommershausen öffnen.

Die Gewerbetreibenden fürchten nun weitere Wege für Postgeschäfte und weniger Kundschaft, die auf den Rathausplatz kommt.

Sie fürchten durch diesen Umzug der Post eine klare Schwächung ihres Standorts. „Das ist ein Fiasko für den Rathausplatz und ein Riesenrückschlag“, sagt Rainer Döring, Vorsitzender der Gewerbegemeinschaft Rathausplatz.

Denn der Rückzug der Post aus dem Zentrum Vellmars hat Konsequenzen für die 80 Gewerbetreibenden vor Ort. „Wir haben jetzt weitere Wege, um Postangelegenheiten zu erledigen“, sagt er. Zudem locke eine Postfiliale zusätzliche Kundschaft an.

Verärgert ist Döring auch über das Vorgehen der Post. So habe das Versandunternehmen dem bisherigen Betreiber erst die Provisionen gekürzt. „Dieser habe daraufhin gekündigt, da sich die Filiale für ihn nicht mehr gelohnt hat. Und die Post hat einen Betreiber gesucht, der mit den niedrigeren Provisionen wirtschaften kann“, so Döring.

Dass das Versandunternehmen daraufhin am Rathausplatz nicht einmal nach Alternativen gefragt habe, ist für Döring ein klares Indiz dafür, dass der Post eine zentrale Lage und die Kunden egal seien.

Weitere Wege: Katharina Engelhardt muss in Zukunft ihre Post mit dem Auto abholen.

„Dabei gibt es am Rathausplatz zwei Leerstände. Dort hätte die Postfiliale untergebracht werden können“, so Döring, der die Entscheidung der Post nicht nachvollziehen kann. „Eine Post gehört dorthin, wo die Menschen sind. Das ist in Vellmar der Rathausplatz“, sagt er.

„Die Post entsorgt sich selbst“ 

Katharina Engelhardt vom Büchereck am Rathaus sieht das ähnlich. „Die Post in einen Markt zu setzen, wo ringsum nichts ist, ist eine Katastrophe hoch drei“, sagte sie. „Die Post entsorgt sich damit selbst.“ Für ihren Bücherladen sieht sie durch den Wegzug der Postfiliale erhebliche Einschnitte. „Die Post ist natürlich ein Frequenzbringer. Ich habe jetzt Angst, dass weniger Leute auf den Rathausplatz kommen“. Auch auf ihre Arbeit habe der Standortwechsel der Filiale erheblichen Einfluss. Sie müsse künftig für Postgeschäfte bis zu 30 Minuten einkalkulieren. „Jetzt geht das noch in fünf“, sagt Engelhardt.

Wolfgang Laschette vom Photoladen Vellmar beurteilt die Situation entspannter: „Ich sehe nicht, dass der Weggang der Post einen gravierenden Einfluss hat.“ Er brauche nun zwar mehr Zeit für Postgeschäfte, aber ob tatsächlich weniger Kunden kommen, müsse sich erst zeigen.

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