Vellmar: Hoffen auf Klärung, ob Bürgerhaus und Kulturhalle asbestbelastet sind

Seit vier Jahren geschlossen: Ein Gutachter fand im Jahr 2011 Asbest im Bürgerhaus in Obervellmar. Ein zweiter Gutachter kam zu einem anderen Ergebnis. Bislang gibt es in dem Konflikt keine Lösung. Archivfoto: Wewetzer

Vellmar. Sind das Bürgerhaus Obervellmar und die Kulturhalle Niedervellmar asbestbelastet oder nicht - über diese Frage herrscht schon seit vier Jahren Uneinigkeit.

Seit September 2013 beschäftigt sie auch das Landgericht Kassel. Es bestellte einen neutralen Gutachter, nachdem zuvor zwei Gutachter zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen waren.

Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) zeigte sich am Montagabend bei der Stadtverordnetensitzung zuversichtlich, dass die Frage der Asbestbelastung bald geklärt wird. „Es kommt langsam Licht ins Dunkel“, sagte Ludewig am Rande der Veranstaltung. Für ihn ist die Belastung der Gebäude unstrittig: „Das Asbest ist in den Bauteilen. Das steht fest“, so der Rathauschef.

Zuvor hatte die CDU-Fraktion in der Sitzung einen Antrag zurückgezogen, in dem sie zwei weitere unabhängige Gutachten gefordert hatte. In ihm hatten die Christdemokraten drei Gutachter namentlich benannt und gefordert, der Magistrat solle zwei davon auswählen. Die SPD-Fraktion kritisierte den Vorstoß der CDU. Die Vergabe von Gutachten durch den Magistrat sei unrechtmäßig und der Antrag der CDU kurz vor Abschluss der Beweissicherung ziehe das Verfahren unnötig in die Länge.

„Wir haben den Antrag gestellt, weil sich nichts mehr bewegt hat“, sagte der CDU-Stadtverordnete Klaus Parusel. Nachdem der Bürgermeister in der vergangenen Ausschusssitzung aber gesagt habe, es stehe fest, dass es in beiden Häusern Asbest gebe, ziehe man den Antrag zurück. „Wir verlassen uns auf die Aussage Ludewigs“, so Parusel.

Die Grünen wollten sich damit allerdings nicht zufriedengeben. Es sei auf keinen Fall eine feststehende Tatsache, dass die beiden Häuser asbestbelastet seien, sagte der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Dr. Erich Fehr. Er forderte, dass der Anwalt der Stadt Vellmar stärker auf den Fortgang des Verfahrens einwirken solle. „Wir sind da am Ball“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Gerald Herber (SPD). Herr des Verfahrens sei aber das Landgericht. Der Magistrat könne das nicht beschleunigen.

Die Frage, die es laut Ludewig nun noch zu klären gilt, ist, wo die Asbestfasern nach dem ersten Gutachten geblieben sind. „Darauf warten wir noch“, so der Bürgermeister. Er hofft nach eigenen Angaben darauf, dass mit dem geplanten Abriss und Neubau des Bürgerhauses zügig angefangen werden kann. Ludewig hofft, bereits auf einer für Oktober geplanten Ausschuss- und anschließender Stadtverordnetensitzung zur Sanierung des Rathauses über Fortschritte im Asbestfall berichten zu können.

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