Haushaltsplan für 2017

Vellmar plant mit 720.000 Euro Überschuss

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Großer Investitions-Posten im Haushalt 2017: Die Stadt rechnet für 2017 mit zwei Millionen Euro Sanierungskosten für das Rathaus.

Vellmar. Die Stadt Vellmar rechnet zum zweiten Mal in Folge mit einem Überschuss. Das besagt der Haushaltsentwurf für das Jahr 2017. Demnach plant Kämmerer Karsten Milzarek-Staub für das kommende Jahr mit einem Plus in Höhe von 720.000 Euro.

Gründe dafür seien vor allem ein zu erwartender Anstieg bei der Einkommenssteuer um 300.000 Euro, die stabile Entwicklung der Gewerbesteuer sowie positive Effekte aus dem kommunalen Finanzausgleich. „Das sind gute Zahlen“, sagte Bürgermeister Manfred Ludewig. Insgesamt stehen im Haushalt Einnahmen von 34,99 Millionen Euro Ausgaben von 34,27 Mio. Euro gegenüber.

„Einziges Manko ist die Altverschuldung“, sagte Ludewig. Schließlich sei der Haushalt in den vergangenen sieben Jahren durchgehend defizitär gewesen. Lediglich für das aktuelle Jahr erwartet die Stadt 944 000 Euro Überschuss.

Die Altschulden belaufen sich im Planjahr 2017 auf rund 11,7 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt laut Kämmerer Milzarek-Staub in Vellmar 472 Euro pro Einwohner. In diese Zahl fließen jedoch nur die Schulden der Stadt ein – ohne Stadtwerke. „Im Vergleich zum gesamten Landkreis Kassel ist das ein sehr erfreulicher Wert“, betonte Ludewig. Die durchschnittliche Verschuldung im Landkreis liegt laut Statistischem Landesamt bei 2757 Euro pro Einwohner.

Die Vellmarer Finanzverwaltung rechnet damit, dass sich der Haushalt auch in den kommenden Jahren positiv entwickelt. Läuft alles nach Plan, steht im Jahr 2020 unter dem Strich ein Plus in Höhe von 1,13 Millionen Euro. Kämmerer Milzarek-Staub prognostiziert zudem, dass Vellmar die Altschulden bis dahin auf 7,62 Millionen Euro senken könnte.

Vor der Stadtverordnetenversammlung ging Bürgermeister Ludewig auch auf die Empfehlungen des Landesrechnungshofes ein, der den Haushaltsplan auf Einsparpotenziale überprüft hat. Demnach könnte die Stadt Vellmar rund 3,55 Millionen Euro einsparen – wenn sie die Grundsteuer von 400 Prozent auf 960 Prozent erhöht, die Kita-Gebühren um 30 Prozent erhöht und das Kita-Personal um zwölf Prozent reduziert.

Das, so Ludewig, könne jedoch nicht im Sinne einer familienfreundlichen Stadt sein. Zumal Vellmar allein in diesem Jahr erst 16 neue Kita-Stellen geschaffen hat – „wegen der hohen Nachfrage“. Im HNA-Gespräch deutete Ludewig zudem an, dass Steuererhöhungen derzeit kein Thema seien.

Über den 566-seitigen Haushaltsplan beraten nun die Ausschüsse und Fraktionen. Öffentlich diskutiert wird der Plan in der Stadtverordnetenversammlung dann am Montag, 30. Januar, ab 20 Uhr im Bürgerhaus Vellmar-West.

Das sind die fünf größten Investitionen 2017: 

• 2,7 Mio. Euro: Neubau einer Kindertagesstätte
• 2 Mio. Euro: Sanierung des Rathauses
• 495.000 Euro: Schadstoffsanierung der Kulturhalle
• 420.000 Euro: Straßensanierung östlich der Harleshäuser Straße
• 400.000 Euro: Erneuerung der Hamburger Straße

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