Er war nur 649 Tage im Amt

Vellmars Pfarrer Manuel Peters hat überraschend sein Amt niedergelegt

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Eine seiner letzten Amtshandlungen: Pfarrer Manuel Peters (links) hatte am Dienstag noch das Interimsrathaus in Vellmar geweiht.

Vellmar. Die katholische Heilig-Geist-Gemeinde in Vellmar hat keinen Pfarrer mehr. Manuel Peters legte sein Amt überraschend nach dem Sonntagsgottesdienst nieder.

„Ich möchte mich beruflich wie privat neu orientieren“, sagte er am Montag der HNA. 

Deshalb habe er Bischof Heinz Josef Algermissen (Bistum Fulda) gebeten, ihn vom priesterlichen Amt zu entpflichten. Er gehe nicht im Streit, betonte Peters, der nur 649 Tage der Kirchengemeinde vorstand. „Wenn ich Pfarrer hätte bleiben wollen, dann in Vellmar.“ Die Menschen seien ihm ans Herz gewachsen, die Zusammenarbeit mit der Stadt und den Gremien sei hervorragend gewesen.

Doch „nach langer Zeit der inneren Klärung“ und Angeboten aus der Wirtschaft, wolle der ausgebildete Bürokaufmann sich jetzt „außerhalb der Kirche eine gute Zukunft aufbauen“. Vertraute und das Bistum seien schon länger in seine Gedankenspiele eingeweiht gewesen. Der Öffentlichkeit verkündete er seinen Entschluss am Sonntag im Gottesdienst. Wohin es ihn nun beruflich ziehen wird, sei noch nicht entschieden, sagt er. Fest steht: Er wird Vellmar verlassen.

Sein Nachfolger steht indes schon fest. Pfarrer Andreas Schreiner aus Immenhausen wird die 2600 Mitglieder starke Kirchengemeinde übernehmen. „Ich habe zwar noch nichts Schriftliches, aber schon eine mündliche Zusage“, so Schreiner, der bereits Pfarrer der katholischen Kirchen in Immenhausen und Espenau ist. Auf HNA-Nachfrage folgte dann auch die offizielle Bestätigung aus Fulda. „Pfarrer Schreiner wird neuer Administrator der Vellmarer Pfarrei“, teilte Bistumssprecher Christof Ohnesorge mit. Wann, sei noch nicht geklärt.

Gemeindereferentin Sandra Bonenkamp betonte, dass alle geplanten Veranstaltungen stattfinden werden: Den Fronleichnamsgottesdienst im Ahnepark werde Pfarrer Martin Gies aus Ihringshausen leiten, die Betreuung der Ferienfreizeit stellten vorerst Gemeindemitarbeiter sicher, die Seelsorge übernehme die Gemeindereferentin selbst und auch die Firmvorbereitung sei sichergestellt. „Alles bleibt, wie es ist – nur halt ohne Pfarrer Peters.“

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