Mehrkosten erwartet

Verdurstet und verdorrt: Grünflächen der Gemeinden im Kreis Kassel leiden unter Trockenheit

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Trauriger Anblick: Büsche am Parkdeck neben der Baunataler Stadthalle haben schwer unter der Dürre gelitten. Viele sind verdorrt.

Baunatal/Vellmar/Lohfelden. Die Gemeinden wässern nur noch das Nötigste. Eine Schadenhöhe am Grün noch ist bislang noch unabsehbar.

Braune, verbrannte Grasnaben wohin das Auge blickt. Bäume, die schon ihre Blätter abwerfen. Büsche und Stauden, die buchstäblich verdurstet sind und sich wohl kaum noch einmal erholen werden. Bauhofmitarbeiter, die ohne Unterlass mit dem Wasserwagen auf Grünflächen unterwegs sind, um zu retten, was zu retten lohnt.

Während der heiße und trockene Sommer Wasserratten und Biergartenfreunde in Euphorie versetzt, treibt er Bauhofmitarbeiter von Städten und Gemeinden im Kreis langsam zur Verzweiflung. Denn trotz aller Anstrengungen wird viel von dem, was grünte und blühte, nicht überleben. Die Schäden und die Kosten, die auf die Kommunen zukommen, sind unabsehbar.

Die Städte Vellmar und Baunatal sowie die Gemeinde Lohfelden gaben bei einer nicht repräsentativen Befragung an, dass sie Mehrkosten durch den Jahrhundertsommer erwarten. Für einen Kassensturz sei es aber zu früh. „Wir müssen abwarten, was sich erholt, wenn es mal wieder richtig geregnet hat“, sagt Susanne Bräutigam, Pressesprecherin der Stadt Baunatal.

Baunatal hat es schwer

Abgeschaltet: Der Brüder-Grimm-Brunnen in der Baunataler City spendet kein kühles Nass mehr.

Baunatal hat es besonders schwer getroffen: Weil durch den Einsatz riesiger Mengen Löschwasser bei der Bekämpfung zweier Großbrände in der vergangenen Woche die Reserven in den Hochbehältern drastisch abfielen, hat das Rathaus vorsorglich die Bewässerung von Blühstreifen, Pflanzkübeln und Blumenrabatten ganz gestoppt. Auch die Zierbrunnen wurden abgeschaltet. 

Erste Stadträtin Silke Engler ruft zum Wassersparen auf, bis die Reserven aufgefüllt sind. Die Trinkwasserversorgung sei nicht gefährdet. Vorher seien die Mitarbeiter des Bauhofs täglich mit vier Tankwagen zum Bewässern unterwegs gewesen, berichtet Pressesprecherin Bräutigam. In normalen Sommern setze die Stadt nur ein Fahrzeug ein.

Lohfelden hat noch Wasser

Ganz so schlimm sieht es in Lohfelden noch nicht aus. Wenn es aber weiter so warm und trocken bleibe, „muss eventuell auch über Maßnahmen zur Einsparung von Trinkwasser nachgedacht werden“, sagt Sprecherin Heike Klein. Auch das Bewässerungskonzept müsse dann auf den Prüfstand. Derzeit bewässere man Stauden und Pflanzkübel mit der dreifachen Wassermenge eines Durchschnittssommers, also mit 1500 Litern täglich. Daneben werden die beiden Sportplätze der Gemeinde dreimal wöchentlich mit 30 Kubikmetern beregnet.

Vellmar muss Teiche belüften

In Vellmar sind derzeit täglich drei Tankwagen unterwegs, die bis zu 15 000 Liter Wasser verbrauchen. Gerade die Jungpflanzen und bis fünf Jahre alten Bäume litten stark unter der Hitze, berichtet Stadtsprecherin Astrid Kneuer, vor allem Birken und Linden. Die Feuerwehr helfe seit drei Wochen, die Teiche im Ahnepark zu belüften, die zu wenig Sauerstoffgehalt und zu viele Algen aufweisen. Die Wehr beteilige sich auch am Wässern der Bäume.

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