Immer mehr Elektrogeräte im Einsatz

Weg von Benzingeräten: Bauhof in Vellmar steht jetzt unter Strom

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Laut und geruchsintensiv: Die Schere mit Benzinmotor ist so laut, dass Michael Guthof bei der Arbeit Gehörschutzstöpsel tragen muss.

Vellmar. Wenn die Mitarbeiter des Vellmarer Bauhofs zum Heckenschneiden ausrücken, schließen viele Anwohner lieber ihre Fenster und Türen, weil sie wissen: Gleich wird’s laut, gleich stinkt’s. Doch damit soll bald Schluss sein.

Denn die Stadt Vellmar setzt zunehmend auf Elektrogeräte.

„Wir wollen weg vom Lärm und dem Gestank“, sagt Gärtnermeister Hartmut Sieck (57) vom Vellmarer Bauhof. Deshalb testet die Stadt derzeit verschiedene Heckenscheren im Akkubetrieb.

Arbeiten wie in der Disco

Fest steht schon jetzt: Der Unterschied der Geräuschpegel ist enorm. Die in Vellmar eingesetzten Elektro-Scheren verursachen nach Auskunft von Bauhofleiter Michael Eichel je nach Größe einen Lärm von 70 bis 83 Dezibel. Zum Vergleich: Die Benzingeräte erreichen 96 Dezibel – das entspricht dem Schallpegel in einer Discothek.

Gehörschutzpflicht besteht laut Unfallkasse Hessen ab 85 Dezibel. „Mit den elektrischen Geräten brauchen unsere Mitarbeiter keinen Gehörschutz mehr“, sagt Eichel.

Hinzu kommt, dass bei elektrischen Heckenscheren der typische Benzingeruch wegfällt. Das sei nicht nur für die Umwelt besser und entlaste Anwohner. „Das ist auch eine enorme Verbesserung für unsere Mitarbeiter“, sagt Gärtnermeister Sieck. „Wenn man täglich sechs Stunden Hecken schneidet, können sich der Krach und der Benzingeruch schon negativ auf die Gesundheit auswirken“, sagt er.

Mit dem Akku auf dem Rücken

Eine Bauhofmitarbeiterin, die schon mit einer Elektro-Schere ausgestattet ist, ist Tanja Rudolph. Die 48-Jährige schneidet an der Mehrzweckhalle Frommershausen die Hecken entlang der Bürgersteige. Ihre Schere ist über ein Kabel mit einem Akku verbunden, den sie auf ihrem Rücken trägt. Mit der Schnittleistung an Blättern und Zweigen sei sie zwar zufrieden. „Bei dickeren Ästen müssen wir aber weiter die Benzin-Schere nehmen“. Optimal sei zudem vor allem die Rückenkonstruktion nicht: „Der Akku wiegt elf Kilo, das geht auf Dauer ganz schön ins Kreuz.“

Leichter hat es da Helge Paris, der sich um den Ahnepark kümmert. Er bedient ein anderes Modell mit integriertem Akku im Handgriff. Gewicht: rund vier Kilogramm. „Das klappt ganz wunderbar“, sagt der 60-Jährige.

Hartmut Sieck

Hartmut Sieck zieht ein positives Zwischenfazit. Wenn die Akkus noch leichter und effizienter werden und die Schnittleistung höher wird, „dann gehört den elektrischen Geräten die Zukunft“.

Heckenscheren sind indes erst der Anfang. „Es gibt schon Überlegungen, elektronische Rasenmäher und ein Elektrofahrzeug für den Ahnepark anzuschaffen“, sagt Sieck.

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