48-jähriger Kosovare – Anschließend wartet Österreich auf Auslieferung

Serientäter: Zwei Jahre Haft für Einbrecher

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Oft nachts unterwegs: Unser Bild zeigt einen vermummten Einbrecher mit Taschenlampe, der durch ein Fenster in eine Wohnung einbrechen will.

Vellmar. Drei von fünf Einbrüchen in Wohnhäuser von Vellmar und Fuldatal konnten dem 48-jährigen Angeklagten aus dem Kosovo letztlich zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dafür wurde er am heutigen Freitag vom Kasseler Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.

Die Augen des schmalwüchsigen Mannes waren blicklos ins Leere gerichtet, als Amtsrichter Winter das Urteil verkündete. Für ihn gab es „keine vernünftigen Zweifel“ an der Schuld des Angeklagten, dessen Leugnen und Behauptungen das Gericht keinen Glauben schenkte.

Teile der Beute aus Schmuck und Bargeld waren beim Angeklagten nach dessen Festnahme am 16. Dezember vergangenen Jahres gefunden worden. Einige Schmuckstücke hatte er noch im Streifenwagen und auf dem Weg in die Wache weggeworfen.

Außerdem belegten die Daten seines und eines gestohlenen Handys, dass sich der Angeklagte zum Zeitraum der Einbrüche nur wenige Hundert Meter entfernt aufgehalten hatte. „Das kann kein Zufall sein“, sagte Richter Winter dazu.

Als strafverschärfend bewertete er den psychischen Schaden der 57-jährigen Steuerberaterin, die den Einbrecher in ihrem Haus überrascht hatte. Die Zeugin zeigte sich zufrieden mit dem Urteil, klagt aber seit der unheimlichen Begegnung in ihrem Haus über Angstzustände und befindet sich in therapeutischer Behandlung.

Staatsanwältin Ingrid Richter hatte zwei Jahre und neun Monate Haft gefordert. Zwei Einbrüche gingen vermutlich auf das Konto von Komplizen des Angeklagten, für die sei er freizusprechen. „Wir wollen verhindern, dass Ausländer nach Deutschland kommen, um hier Einbrüche zu begehen“, sagte die Staatsanwältin. Der Angeklagte war mit einem in Italien gestohlenen falschen Pass nach Deutschland eingereist.

Verteidiger Klaus-Uwe Haake hatte eine Bewährungsstrafe von neun Monaten gefordert. Immerhin habe sich sein Mandant seit seiner Verurteilung wegen etwa einem Dutzend Wohnungseinbrüche in Aachen im Jahr 2002 zumindest in Deutschland nichts mehr zuschulden kommen lassen. Haake sprach von einer „dünnen Erkenntnisgrundlage“ bei der Einbruchserie in Vellmar, von der nur der letzte Fall seinem Mandanten nachgewiesen worden sei.

Der Angeklagte hatte vor dem Urteilsspruch sein Bedauern geäußert: „Ich hoffe, dass ich das nie wieder machen werde“, übersetzte der Dolmetscher.

Tatsächlich wird er wohl einige Zeit keine Gelegenheit mehr haben, in fremde Häuser einzusteigen. Aus Österreich liegt ein Auslieferungsersuchen vor, dort wird der Mann ebenfalls wegen Wohnungseinbrüchen gesucht. Bis dahin bleibt er in Haft.

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