Parlament stimmt Kooperation zu

Vellmar weiter mit Eon Mitte

Vellmar. Das Stromnetz der Stadt Vellmar soll ein noch zu gründendes Versorgungswerk übernehmen. Dies entschied die Stadtverordnetenversammlung während ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich. Zusammen mit anderen Kommunen im Landkreis will die Ahnestadt eine Beteiligungsgesellschaft gründen, die 51 Prozent am Versorgungswerk hält. Die übrigen 49 Prozent der Gesellschaftsanteile soll Eon Mitte als Kooperationspartner erhalten. Ein Konzessionsvertrag über die Netze läuft in Vellmar wie in weiteren 23 Kommunen im Landkreis zum Ende des Jahres aus.

Aus diesem Grund werde seit drei Jahren darüber diskutiert, die Stromnetze im Landkreis wieder in die Verantwortung der Kommunen zu übernehmen, sagte Bürgermeister Dirk Stochla (SPD). Der gehört einer Projektgruppe an, die diesen Schritt vorbereitete.

Mit der Entscheidung werde der kommunale Einfluss gestärkt, meinte Stochla. Auch Vellmar nehme damit an der Wertschöpfung teil, erhalte eine Dividende aus dem Versorgungswerk und weiterhin die Konzessionsabgabe vom Stromversorger. Für Eon Mitte als Partner spreche, dass vorhandene Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region blieben und „ein reibungsloser Netzübergang gelinge, weil wir uns über den Wert verständigt haben“.

CDU: Risiken überwiegen

Dieser Argumentation schloss sich nur die SPD-Mehrheit an. Die Kooperation mit Eon Mitte sei der richtige Weg, meinte Walter Brück (SPD). Die optimistische Rechnung gehe nicht auf, die Risiken überwögen, meinte hingegen Dr. Burkard Müller (CDU). Inzwischen stünden auch nicht mehr alle am Prozess beteiligten 24 Kreis-Kommunen hinter dem Modell.

Bei dem sei ein angemessener Einfluss Vellmars fraglich, sagte Markus Pape (FDP). Die Stadt trage aber unternehmerisches Risiko. Einen Neuanfang mit den Städtischen Werken Kassel, die nachhaltig agierten, forderte Dr. Erich Fehr (Grüne). Eon sei nur seinen Aktionären verantwortlich. (mic)

Von Michael Schräer

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