Andrang bei der langen Nacht der Planeten: 150 Besucher in der Volkssternwarte Rothwesten

Venus, Mars und Saturn im Visier

Millimeterarbeit: Martin Hemmerling richtet das große Teleskop auf den Mars aus. Auch sonst war Handarbeit gefragt. Die Kuppel der Sternwarte musste in die richtige Position geschoben werden.

Fuldatal. Ada Wagner blinzelt durch das Okular des riesigen Teleskops und ruft plötzlich aufgeregt: „Ich sehe den Mond und seine Berge.“ Ralf Gerstheimer von der Volkssternwarte korrigiert: „Nein, das ist die Venus.“ „Aber die ist ja ganz rund“, meint die Kasselerin fasziniert.

Ada Wagner und ihr Mann Horst gehörten zu den 150 Besuchern, die ab Samstagnachmittag den beschwerlichen, mit vielem Stufensteigen verbundenen Aufstieg zum Turm der Volkssternwarte Rothwesten auf sich nahmen, um einmal einen Blick auf die Sonne, die Venus, den Mars oder den Saturn zu werfen. Bis nach Mitternacht waren die ehrenamtlichen Helfer der Sternwarte dafür in mehreren Schichten im Einsatz. Sogar Angelika Spitzer-Klinger, die Tochter des gestorbenen Sternwarte-Erbauers Georg Spitzer, sprang mit ein, um den großen Andrang zu bewältigen.

Horst Wagner aus Wolfsanger war begeistert. Beim Kasseler Physikclub habe er sich schon viele Vorträge über Planeten und Weltall angehört. In der HNA habe er die Ankündigung für die „Lange Nacht“ gelesen. Mit seiner Kamera fängt er die wolkenverhangene Venus durch das Okular ein. Der Planet sieht wirklich ein bisschen wie ein um 90 Grad gedrehter Halbmond aus.

Geübte Himmelsbeobachter wie Ralf Gerstheimer können diesen Planeten, auf dem eine Waschküchenatmosphäre mit 450 Grad Hitze herrscht, an diesem Samstagnachmittag schon mit bloßem Auge ausmachen. Leichter geht das natürlich mit einem Feldstecher. Den benutzt die junge Besucherin Julia Oertel aus Kassel, um die in der Sonne glänzende Landschaft durch die geöffnete, hölzerne Kuppel der Warte heranzuholen.

Für die Sonnenbeobachtung war es am Nachmittag etwas zu diesig. Dafür wurden die Besucher mit Venus und Mars entschädigt.

Die Venus kreuze bis Juni dieses Jahres mit ihrer Umlaufbahn die Sonnenscheibe, erzählt Gerstheimer seinen Zuhörern. Dieser sogenannte Venus-Transit ereigne sich nur alle 128 Jahre.

Von Peter Dilling

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