Helsaer will nicht bezahlen

25 Euro für Jahreskontoauszüge: Ärger wegen neuer Gebühr

Sauer: Sparkassen-Kunde Jörg Hirdes aus Helsa ärgert sich über eine neue Gebühr für Jahreskontoauszüge. Die 25 Euro dafür will er nicht bezahlen. Foto: T. Hartung

Helsa. Preiserhöhungen am Jahresanfang sorgen oft für Verärgerung bei den Kunden. Neuerdings erhebt die Sparkasse Werra-Meißner eine Gebühr für eine bisher kostenlose Dienstleistung: die Erstellung eines Jahreskontoauszugs für Darlehensverträge. Dies musste auch Jörg Hirdes aus Helsa erfahren.

Vor zwölf Jahren baute Familie Hirdes ein Haus in Helsa und finanzierte über die Sparkasse Werra-Meißner. Über das Darlehen gab es jährlich einen Kontoauszug mit allen relevanten Informationen. Jetzt sollen die Kunden dafür 25 Euro bezahlen.

Jörg Hirdes staunte nicht schlecht, als er Anfang Dezember ein Schreiben von seiner Bank bekam, in dem es heißt: „Als Darlehensnehmer können Sie alle vereinbarten Zins- und Tilgungsvereinbarungen unserem Darlehensvertrag entnehmen. Die Abbuchungen werden zudem auf dem Belastungskonto dokumentiert.“ Weiter heißt es: „Gerne erstellen wir auch zukünftig einen Jahreskontoauszug für Sie. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für diese Sonderleistung – erstmalig für den Jahreskontoauszug 2013 – einen Preis von 25 Euro pro Darlehenskontoauszug erheben.“ Dem Brief beigefügt war ein Bestellschein.

Jörg Hirdes hat kein Verständnis dafür. „Ich zahle eine Menge Zinsen für das Darlehen“, sagt der 45-Jährige wütend. Der Preis für den Ausdruck stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Die Sparkasse Werra-Meißner gab erst nach mehrmaliger Nachfrage der HNA eine Stellungnahme ab: „Bei der Abbuchung der Leistungsraten für Darlehen weisen wir seit langem die anteiligen Zinsaufwendungen und den Saldo des Darlehens aus“, teilte Ulrich Siebald, Leiter Unternehmensstrategie und Kommunikation bei der Sparkasse Werra-Meißner mit. Die Rechtsprechung habe entschieden, dass eine zusätzliche Dokumentation in einem Jahresauszug nicht zwingend erforderlich sei. Ein Kunde könne alle relevanten Informationen dem Kreditvertrag und dem beigefügten Tilgungsplan entnehmen, heißt es weiter.

Ende des vergangenen Jahres wurden die Kunden schriftlich über die neue Gebühr informiert mit dem Angebot, den Auszug abzubestellen. Der Betrag sei vorab juristisch geprüft worden. Ein vergleichbarer Preis werde auch von anderen Instituten in Rechnung gestellt, so Siebald. Weiter sagt er: „Uns ist bewusst, dass Preiserhöhungen für Dienstleistungen oder das Einführen neuer Preise nicht für Begeisterung bei unseren Kunden führen.“

Als Alternative bietet die Sparkasse nun einen kostenlosen elektronischen Jahreskontoauszug an. Die Frage nach Kundenbeschwerden wegen der neu eingeführten Gebühr blieb seitens der Sparkasse Werra-Meißner unbeantwortet. Auch auf die Frage der HNA nach dem Aufwand, der für die Erstellung des Auszugs nötig ist, gab es von der Bank keine Stellungnahme.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.