Verein Mehr Demokratie feierte seinen 25. Geburtstag

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Tüchtig: Rebecka Schlecht, Christian Büttner und Sarah Händel standen am Infostand des Vereins.

Fuldatal. Und wofür schlägt dein Herz? Dieses Anliegen dominiert beim bundesweiten Verein „Mehr Demokratie“, der seinen 25. Geburtstag in der Fuldataler Reinhardswaldschule feierte. Wofür schlagen also die Herzen der Menschen, die in Deutschland leben?

Claudine Nierth ist Vorstandssprecherin und bringt es auf den Punkt: „Die Finanzkrise, die Nahrungsmittelindustrie und Europa sind Themen, die den Menschen unter den Nägeln brennen.“ Diese und viele andere Herzensangelegenheiten trugen Redner wie der Volkswirtschaftler Thilo Bode und Politikerin Herta Däubler-Gmelin vor.

Aus sieben wurden über 7000

Sieben Menschen, darunter Gerald Häfner (Abgeordneter im Europäischen Parlament für Bündnis 90/Die Grünen), waren es vor 25 Jahren, die gemeinsame Ziele verfolgten: Die Einführung bundesweiter Volksentscheide.

Heute sind es über 7000 Mitglieder und mehrere Tausende Unterstützer in ganz Deutschland, die sich für eine direkte Demokratie und eine einfache Politik regelmäßig starkmachen.

Direkt und ehrlich: Gerald Häfner (von links, Mitbegründer von Mehr Demokratie), Cora Pfafferott (Democracy International), Claudine Nierth (Vorstandssprecherin von Mehr Demokratie) und Dr. Jens Kuhlemann (Politologe) blickten zu den Anfängen ihres Vereins.

Lange glaubte man, Demokratie sei nur für die Elite und Volksentscheide seien verfassungswidrig, erinnert sich Gerald Häfner. „Gesetze zu schreiben, war in unseren Anfängen noch unvorstellbar.“ Drei Jahre nach der Vereinsgründung gab es eine große Austrittswelle. „Die Menschen dachten, dass sie nichts bewegen können. Dabei braucht es nun mal eine Zeit, bis ein Verein sichtbar wird und die Mehrheit einer Gesellschaft für sich gewinnt.“ Trotz anfänglichem Exoten- und anschließendem Teufelsstatus kam führenden Politikern die Erkenntnis: „Wir kriegen sie nicht klein“, fasste Häfner zusammen. Seit einem Jahr gehört auch Cora Pfafferott zu Mehr Demokratie. „Ich habe ein positives Menschenbild“, sagt sie. „Und es ist toll, dass es bei Mehr Demokratie geteilt wird.“ Das Sprichwort: „Viele Köche verderben den Brei“, gilt fürs Kochen, sagt Häfner und lacht. „Im Falle der Demokratie können es gar nicht genug Köche sein, die ihre Ideen mit einbringen.“

Drei Worte braucht Dr. Jens Kuhlemann, um sein Demokratieverständnis zu umschreiben: „Freiheit, Gleichheit, Solidarität. Egal ob in Fragen der Umwelt, Finanzen oder Kunst: Alles führt zu diesen drei Begriffen zurück. Welche Rechte hat die Natur? Wie kann ich selbstbestimmt leben oder gestalterisch aktiv sein?“ Die Mitglieder von Mehr Demokratie sind sich sicher: Die Einführung des bundesweiten Volksentscheids ist zum Greifen nah. Informationen unter www. mehr-demokratie.de

Von Anthoula Grigoriadou

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