Gerhard Kaufhold kümmert sich ehrenamtlich um leer stehendes DLRG-Haus am Bühl

Vereinsheim verfällt

Resigniert: Gerhard Kaufhold kümmert sich ehrenamtlich um den Erhalt des Hauses, kann aber nicht nachvollziehen, warum sich die Gemeinde nicht für eine andere Nutzung entscheidet.

Ahnatal. Seit fast 15 Jahren steht das Vereinsheim der ehemaligen DLRG-Ortsgruppe Ahnatal leer. Jedes Jahr kümmert sich Gerhard Kaufhold ehrenamtlich darum, das Gebäude instand zu halten. Der Zustand des Vereinsheims sorgt bei dem Ahnataler für Resignation. „Wir haben hier ein Vereinsheim mit einem großen Gemeinschaftsraum, einem Badezimmer und einem großen Geräteschuppen und niemand interessiert sich für das Gebäude“, ärgert sich Kaufhold.

Bevor der Fischereisportverein (FSV) Ahnatal 2001 sein neues Gebäude am Bühl errichtete, fragten sie bei der Gemeinde an, ob sie nicht das bereits vorhandene DLRG-Heim erwerben könnten. Von der Gemeinde gab es eine Absage. Seitdem hat sich niemand für das Haus interessiert. Die Folge: Es verwittert und verfällt immer mehr.

„Es gab auch schon zwei Einbrüche. Ich habe die Gemeinde in regelmäßigen Abständen an das Haus erinnert und auf die Einbrüche hingewiesen. Es tut sich aber nichts“, ärgert sich Kaufhold. Die Einbruchsspuren sind deutlich an den aufgebrochenen Schlössern zu erkennen.

Im Badezimmer hat es mittlerweile einige Rohrbrüche gegeben, die Fließen sind durch den Frost der letzten Winter abgesprungen. Im Schuppen hat die DLRG ihre Ausrüstung zurückgelassen. Schwimmbretter und alte Flossen hängen unberührt und mittlerweile von Staub und Spinnenweben verdeckt an der Wand.

„Das ist noch gutes Material, für das sich niemand interessiert“, so Kaufhold. Nicht nur dem 72-Jährigen tut der Verfall des Gebäudes leid. So reinigt beispielsweise Doris Sauerwald vom Campingverein Bühl die Räumlichkeiten ehrenamtlich.

Auch in diesem frühjahr hat Kaufhold sich wieder um das Vereinsheim gekümmert, hat das Dach gesäubert, das Unkraut gejätet und den umliegenden Dreck entfernt. „Andere Vereine haben keinen Platz und hier verfällt ein Haus, das mit ein bisschen Eigeninitiative und Unterstützung der Gemeinde eine hervorragende Vereinsunterkunft sein könnte“, meint Kaufhold.

Er wird sich auch in Zukunft um das Haus kümmern, aber solange er der einzige ist, der sich für das Haus interessiert, wird der Verfall nicht aufzuhalten sein, ist sich Kaufhold sicher.

Von Tobias Kisling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.