Gasthaus „König von Preußen“ in Helsa: Sanierung geht voran

Vereint mit Hammer und Schippe

Schwerstarbeit: Andreas Schlaak (links) und Jürgen Scholz brechen mit Schippen Lehm aus den Türlaibungen. Fotos: Dilling

Helsa. Die Sanierung des leer stehenden Helsaer Traditionsgasthauses „König von Preußen“ kommt voran. Die ehrenamtlichen Helfer haben schon 1000 Stunden an freiwilliger Arbeit investiert.

Doch schon die Entkernungsarbeiten in der maroden Gaststätte gestalten sich für die Mitglieder des Fördervereins fast als Sisyphosaufgabe, böse Überraschungen eingeschlossen. Der Dachstuhl sei nicht mehr zu retten, sagt Vorsitzender Jürgen Scholz. Noch dieses Jahr soll er erneuert werden. Mit der Renovierung des Saals ist vermutlich erst 2015 zu rechnen.

Gerhard Noll schlägt mit einem schweren Hammer Gasbetonsteine aus einem der früheren Fremdenzimmer. Andreas Schlaak und Jürgen Scholz brechen mit ihren Schippen brüchigen Lehm aus den Türlaibungen. Eine Staubwolke hängt in der Luft.

Einen Stock tiefer kämpfen Maximilian, Scholz’ Sohn und Dieter Wolfram mit üblen Gerüchen beim Ausbau der alten Toilettenbecken. Im Dachgeschoss, wo zuletzt vor vier Jahren ein Gaststättenpächter wohnte, muss man schauen, wohin man tritt. Im Boden klafft ein Loch, viele Balken sind marode, vor allem im Dachstuhl. „Das ist ein altes Haus. Wir haben schon bei der ersten Begehung gedacht: Das wird kein Zuckerschlecken“, sagt Scholz, der beruflich als Architekt tätig ist.

Finanziell wird die Sanierung ein Drahtseilakt, der nur mithilfe einer Schar von Sponsoren gelingen kann. Mehrere Firmen und Handwerker, darunter ein Holzhändler, ein Gerüstbauer und ein Zimmermann, hätten Material und Arbeitskraft zugesagt, sagt Scholz. Dachziegel bekomme man zum Einkaufspreis. Die Spenden aus der Bevölkerung seien bisher noch sehr überschaubar.

Der Fördervereinsvorsitzende wird Geld aus der Dorferneuerung und der Denkmalpflege beantragen. Mit letzterer Behörde sei man in guten Gesprächen. Zunächst habe man mit den Arbeiten angefangen, für die es keine Zuschüsse gebe, sagt Scholz. Denn vor einer Bewilligung dürfe man ohnehin nicht beginnen. So wird die Renovierung des Saals vermutlich erst 2015 richtig anlaufen. Vielleicht auch schon im Laufe des nächsten Jahres, wenn die Förderzusage rechtzeitig kommt.

Als erste Etappe wird die Gaststätte mit Dachwohnung, Restaurant und drei Fremdenzimmern auf Vordermann gebracht. Vor dem Winter soll das neue Dach fertig sein. Das sei die wirtschaftliche Grundlage für den künftigen Pächter.

Die Verhandlungen mit einem ernst zu nehmenden Interessenten kämen gut voran, sagen Scholz und Schlaak. Das in seinem Ambiente reichlich angestaubte Restaurant solle heller und moderner werden. Einzig der Gastraum bleibt, wie er ist. Vereinsmitglieder haben ihn gründlich gereinigt. Während der Sanierung finden die gewohnten Veranstaltungen wie der Karneval im Saal weiter statt. Die Heizung, deren Brennkessel schon ausgetauscht wurde, wird auf Erdgas umgestellt.

Von Peter Dilling

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