„Vergleichbare Schulen fehlen“

Ortsvorsteher kritisieren Neuordnung von Ahnatal-Schule in Vellmar

Muss im Sommer 2015 weniger Schüler aufnehmen, als bisher erlaubt war: Die Ahnatal-Schule in Vellmar. Viele sehen die neue Vorgabe des Staatlichen Schulamtes als Bestrafung für das Engagement der Lehrkräfte. Foto: Schräer / Archiv

Vellmar. Der Ärger um die Änderung an der Ahnatal-Schule in Vellmar schwelt weiter.

Weil die im Sommer 2015 nur noch sechs neue fünfte Klassen öffnen darf und nicht wie bisher acht, haben die Ortsvorsteher in Harleshausen und Jungfernkopf die Befürchtung, dass die Schüler aus ihren Stadtteilen in Vellmar abgelehnt werden und sich andere Schulen suchen müssen.

„Wir haben hier aber keine vergleichbare Schule in der Nähe“, sagt Reinhard Wintersperger (SPD), Ortsvorsteher in Harleshausen. Zwar sei die Heinrich-Schütz-Schule nur wenig entfernter als die Ahnatal-Schule, die sei aber schon jetzt überfüllt und habe nicht genügend Platz für noch mehr Schüler. Deshalb sei es „für die Infrastruktur unseres Stadtteils von wesentlicher Bedeutung, dass Harleshäuser Schüler weiterhin die Gesamtschule Ahnatal besuchen können“, fordert Wintersperger.

Das sieht auch Heyne von Dossow so. Der stellvertretende Ortsvorsteher des Kasseler Stadtteils Jungfernkopf sieht die gute Arbeit an der Ahnatal-Schule durch die Vorgabe infrage gestellt. „Ein großer Pluspunkt der Ahnatal-Schule in Vellmar ist, dass man sich dort auch um die Schüler intensiv kümmert, denen nicht gleich alles zufliegt oder die in einigen Bereichen Schwächen haben.“ Die nächste integrierte Gesamtschule gebe es erst wieder in Ober- und Niederzwehren, der Weg dahin sei aber sehr weit. „Die Ahnatal-Schule hingegen ist keine drei Kilometer entfernt.“

Neue Regelung

Durch die neue Regelung, die vom Staatlichen Schulamt auf Antrag des Landkreises in Kraft gesetzt wurde, habe er zudem die Befürchtung, dass Kinderfreundschaften auseinandergerissen werden. „Vellmar und Kassels Stadtteil Jungfernkopf werden nur durch eine Straße getrennt“, sagt er, „einige Kinder aus Vellmar gehen deshalb hier zur Grundschule, weil der Weg einfach der kürzeste ist.“ Gleiches gelte bisher, wenn die Grundschüler gemeinsam auf die Ahnatal-Schule wechseln, was in Zukunft nicht mehr ohne Weiteres möglich sein werde. „Das wird für unsere Schüler nicht einfach werden“, ist sich von Dossow sicher.

Auch nicht für die Eltern: Nachdem bekannt wurde, dass die Ahnatal-Schule zum Sommer 2015 weniger Schüler aufnehmen soll, startete eine Unterschriftenaktion, bei der mehr als 500 Menschen gegen dieses Vorgehen unterzeichnet haben. „144 davon kamen aus Kassel“, sagt von Dossow. Bisher habe man diese Liste aber noch niemandem überreichen können: „Keiner fühlt sich dafür zuständig“, sagt Harleshausens Ortsvorsteher Wintersperger.

Der Landkreis hatte beim Staatlichen Schulamt den Antrag gestellt, die Aufnahmekapazität der Ahnatal-Schule in Vellmar zu begrenzen. Damit wolle man die Schüler gleichmäßiger auf die vorhandenen Institutionen im Landkreis verteilen. Das Schulamt äußerte sich trotz mehrfacher Anfragen der HNA nicht zu dieser Entscheidung.

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