Ministerium: K  7 Kaufungen – Helsa als Umleitungsstrecke geeignet

Umleitung für A44: Verkehr soll durch Orte fließen

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Kaufungen/Helsa. Die Menschen in Kaufungen und Helsa müssen sich darauf einstellen, dass der Verkehr bei einer Sperrung der künftigen Autobahn 44 im Lossetal durch die beiden Orte fließen wird.

Das für die Planung der Autobahn zuständige Verkehrsministerium in Wiesbaden sprach auf HNA-Anfrage von einer „grundsätzlich geeigneten Lösung“. Im Zuge der Planung sei die Kreisstraße 7 auf ihre Eignung als Umleitungsstrecke hin geprüft worden, erklärte Ministeriumssprecher Marco Krause. Die wesentlichen Faktoren für eine Eignung seien untersucht worden, darunter Engstellen und mögliche Unfallrisiken. Bauliche Veränderungen an der Umleitungsstrecke, die ebenso wie die Autobahnplanung selbst noch vom Bundesverkehrsministerium genehmigt werden muss, sind nach Auffassung der Planer nicht vorgesehen.

Hintergrund für die Wahl der Umleitungsstrecke ist der aufgrund der Bundesrechnungshof-Kritik geforderte Wegfall der Bundesstraße 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa. Zwischen der Abfahrt Oberkaufungen (Theodor-Heuss-Straße) und der Kunstmühle soll die Bundesstraße zurückgebaut und renaturiert werden. Für den Abschnitt zwischen der Kunstmühle und der Kläranlage Helsa ist vorgesehen, dass die A  44 auf der heutigen Trasse der B  7 verläuft.

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Dass die Planer die Umleitungsstrecke als geeignet einstufen, dürfte viele Menschen in Kaufungen und Helsa verwundern und verärgern. Tatsächlich gibt es auf der Alternativstrecke mehrere neuralgische Punkte. So müssten die Autofahrer gleich drei Mal die Straßenbahntrasse Kassel-Hess. Lichtenau überqueren: auf der Theodor-Heuss-Straße und der Leipziger Straße in Oberkaufungen und in Helsa.

Über die Gleise: An drei Stellen (1,  3,  6) muss die Bahnstrecke überquert werden, so an der Gesamtschule Kaufungen.

Weiteres Problem sind die Ortsdurchfahrten. In Kaufungen und in Helsa wurden diese nach der Eröffnung der B7-UmgehungsstraßeEnde der 1970er-Jahre zurückgebaut und verengt. Als weiteres Verkehrshindernis könnte sich der Kreisel zwischen Ober- und Niederkaufungen erweisen, den die Fahrzeuge in jedem Fall passieren müssen. Eine weitere Befürchtung im Zusammenhang mit der A 44-Umleitung kann das Verkehrsministerium dagegen zerstreuen. N ach Auskunft von Ministeriumssprecher Krause soll die Kreisstraße 7 während des Baus der Autobahn nicht als Umleitungsstrecke genutzt werden. „Gegebenenfalls würde eine Richtungsfahrbahn neben der B  7 erstellt werden“, sagt Krause.

Nach dem HNA-Bericht über die Pläne für den B 7-Wegfall hat sich Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) in einem Brief an Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß und Parlamentschef Karl Hellmich (beide SPD) gewandt. Darin verweist der aus Kaufungen stammende Politiker auf Forderungen des Bundesrechnungshofs. Dieser verlange, „dass anstelle der gewählten ortsfernen Trassenführung in dem gesamten Streckenabschnitt die Bundesstraße 7 zu nutzen und auszubauen sei“. Er, Rentsch, unterstütze dagegen einen „von Kaufungen abgerückten Verlauf zum Schutz der Bevölkerung vor Lärmbeeinträchtigungen“.

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