Grundschule baute "heißen Draht"

Vermeintliche Bombe an B7 war Schülerprojekt

Vellmar/Kassel. Bei der vermeintlichen Bombe, die am Freitag einen Polizeieinsatz in Vellmar ausgelöst hat, handelt es sich vermutlich um ein Schülerprojekt. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Man habe von einer Schulleiterin den möglicherweise entscheidenden Tipp bekommen. Mit einem Ermittlungsergebnis ist aber aufgrund der Ferienzeit vorerst nicht zu rechnen.

Laut Polizei meldete sich die Rektorin am Wochenende. Sie hatte die Polizeimeldung im Internet gelesen und gab an, dass es sich bei dem Schuhkarton um eine Abschlussarbeit im Sachkundeunterricht der 4. Klassen handeln könnte. Den Namen der Schule nennt die Polizei nicht.

Die Schüler der Abschlussklassen der Grundschule hätten zum Thema Strom als Werkstück einen „Heißen Draht“ gebaut. Dabei handelt es sich um ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem eine Drahtöse so schnell wie möglich über einen gebogenen Draht geführt werden muss, ohne dass die Öse den Draht berührt.

Der Draht und die Öse sind dabei an eine Batterie angeschlossen. Wenn die Öse den Draht berührt, schließt sich der Stromkreis und das angeschlossene Licht geht an.

Diese Konstruktion hatte am Freitagmittag für eine Vollsperrung der Bundesstraße 7 im Bereich Vellmar gesorgt. Arbeiter hatten den Schuhkarton an einem Brückenpfeiler der B7 an der Richtung Espenau unterhalb der Nordstraße nach einer Arbeitspause gefunden.

Sprengstoffexperten des Landes trafen gegen 14 Uhr in Kassel ein, weil sie mit ihrem Spezialfahrzeug direkt aus einem Einsatz in Mittelhessen kamen. Nachdem ein Sprengstoffspürhund an dem verdächtigen Gegenstand nichts angezeigt hatte, untersuchten sie den Karton. Auch beim Durchleuchten wurde nichts Verdächtiges im Schuhkarton entdeckt. Die Fachleute gaben Entwarnung.

Der Schuhkarton war leer, am Deckel war lediglich eine rote Birne befestigt. Eine Batterie befand sich nicht in dem Karton. Bis dies feststand, waren die B7 und die Nordstraße für zwei Stunden gesperrt. Auf den Umleitungsstrecken kam zu Behinderungen und langen Staus.

Wie der Karton allerdings genau an die Bundesstraße kam, bleibt unklar. Die Schulleiterin habe erklärt, dass alle Schüler sehr stolz auf ihre Arbeiten gewesen seien und sie davon ausgeht, dass kein Schüler seine Abschlussarbeit weggeworfen hat. Auch Polizei und Staatsanwaltschaft sehen derzeit keinen Vorsatz. „Wie der Karton wirklich auf die Straße gelangt ist, wird sich vermutlich aufgrund der Sommerferien nicht so schnell klären lassen“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Karl Ludwig Lamp, Leiter des Polizeireviers Nord in Vellmar.

Rubriklistenbild: © dpa

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