Kritik auch am alternativen Angebot des Anrufsammeltaxis

Simmershäuser Einwohner sind gegen die Pläne des NVV

Fuldatal. Auf wenig Verständnis stießen die Pläne des NVV bei den Simmershäusern, die am runden Tisch teilnahmen. So wurden zum Beispiel die ermittelten Fahrgastzahlen auf der Linie 41 angezweifelt. Diese hätten sich seit Herbst 2009 erhöht, sagte Regina Günther-Weiß.

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Bus 41 zwischen Simmershausen und Vellmar soll gestrichen werden

Vor zwei Jahren habe ihre Tochter, die die Ahnatalschule in Vellmar besucht, von leeren Bussen berichtet. Inzwischen sei der Bus nach Vellmar bei den Fahrten halb voll. Auf der Rückfahrt nach der sechsten Stunde führen so viele Fahrgäste mit der 41, dass ihre Tochter teilweise keinen Sitzplatz mehr bekomme.

R. Günther-Weiß

Mit der Linie 48 von der Gesamtschule nach Fuldatal zu fahren, bedeute für die Schüler Wartezeiten von über 50 Minuten. Teils klappten die Anschlüsse nicht und die Fahrt von Vellmar nach Simmershausen dauere eineinhalb Stunden, betonte die 47-jährige Mutter aus Simmershausen.

Fahrgastzahlen und Kosten seien das eine, aber „ein paar Ansprüche haben wir älteren Leute auch“, meinte die Seniorin Ursula Peters (82). Ohne die direkte Verbindung durch den Bus 41 komme sie nicht mehr zum Herkules zum Einkaufen. Denn mit dem Umsteigen hätten alte Menschen Probleme.

„Wenn die Linie 41 wegfällt, sind wir auf dem Breiten Stein komplett abgekoppelt. Das ist eine Sauerei“, sagte Georg Müller. Der Aussiedlerhof des 47-jährigen Familienvaters liegt zwischen Simmershausen und Frommershausen. Von dort komme man künftig weder nach Fuldatal noch zur Tram nach Vellmar. Für diesen Bereich gelte auch das Angebot des AST, meinte NVV-Planer Martin Lometsch.

An dem AST gab es zahlreiche Kritik. Die NVV-Pläne seien eine „eindeutige Verschlechterung unserer Lebensqualität in Simmershausen“, sagte Stephan Becker. Es sei unzumutbar, seinen Kinder für jede Fahrt mit dem AST einen Euro mitgeben zu müssen. Bei zwei Schulkindern sei der Zusatzbeitrag im Jahr zur regulären Jahreskarte „viel zu teuer“. Eine Monatskarte für das AST kostet laut NVV 12 Euro.

Georg Müller

Müsse man sein Kind jetzt mit einem Handy ausstatten, damit es ein Anrufsammeltaxi anfordern könne? Denn Vorausbuchungen seien angeblich nicht möglich, hieß es seitens einiger Zuhörer.

Klaus Memmen vom Wassererlebnishaus wollte wissen, wie denn jetzt Gruppen zum Beispiel vom Jungfernkopf zur Einrichtung nach Simmershausen kommen sollen? Die seien mit AST nicht zu transportieren, auch weil sich die Betreuer nicht teilen könnten.

Daher könnten Kindergartengruppen auch nicht mehr ins Hallenbad oder in den Ahnepark nach Vellmar fahren, kritisierte Monika Klusmann. „Das AST funktioniert nicht“, meinte Andreas Zabel.

Monika Klusmann

Das AST befördere keine Gruppen, sagte NVV-Planer Lometsch. Für einzelne Besuchergruppen zum Wassererlebnishaus ein Jahr eine Buslinie einzurichten, „das kann ich dem Steuerzahler nicht erklären“. (mic)

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