Josef und Hildegard Kessel feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit – Das Leben bewusst genießen

Vertrauen, vergeben und viel kuscheln

Seit 65 Jahren verheiratet: Josef und Hildegard Kessel. Foto: Sommerlade

Fuldatal. Eigentlich wollte Josef Kessel im Winter 1944 nur seine Eltern besuchen. „Den vorweihnachtlichen Besuch in Ihringshausen werde ich nie vergessen“, sagt der mittlerweile 89-Jährige. „Schließlich habe ich dabei mit dem Kennenlernen von Hildegard Kiel die Liebe meines Lebens getroffen. Dass wir einmal heiraten würden, war uns ziemlich schnell klar.“

Vor 65 Jahren setzte das junge Paar sein Vorhaben in die Tat um. Heute feiern Josef und Hildegard Kessel das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. „Wir sind sehr dankbar und glücklich, dass uns so viele Ehejahre beschieden sind. Das ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Hildegard Kessel. An das erste Aufeinandertreffen erinnert sich die 87-Jährige noch besonders gut. Seine Eltern waren seinerzeit im Rahmen der Evakuierung ins elterliche Haus der Familie Kiel nach Ihringshausen gekommen. „Beim ersten Besuch hat es schon gestimmt. Wir wollten uns unbedingt wiedersehen“, erinnert sich die Jubilarin.

1946 gab sich das Paar das Jawort gab. Ein Jahr nach der Trauung kam Sohn Siegfried zur Welt, fünf Jahre später erblickte Tochter Margret das Licht der Welt. 1953 zog die kleine Familie von Aachen zurück nach Fuldatal, wo die Kessels noch heute leben.

Das Familienglück komplettierte Sohn Wolfgang, der 1957 zur Welt kam. „Das Leben war damals nicht immer einfach, aber wir haben alle Schwierigkeiten gemeinsam gemeistert“, sagt Hildegard Kessel. Kritische Situationen gab es für sie seinerzeit vor allem in Kontext mit dem gefährlichen Beruf ihres Mannes. Als Mitarbeiter eines Sprengkommandos war Josef Kessel täglich großen Gefahren ausgesetzt.

1963 geschah dann tatsächlich das lang Befürchtete: Josef Kessel wurde von einem Granatsplitter getroffen und schwer verletzt. Seit diesem Tag hat das Ehepaar das Leben bewusster genossen. Dass sie einmal Eiserne Hochzeit feiern würden, hätten sie damals nicht zu hoffen gewagt. „Heute blicken wir auf viele glückliche Jahre zurück.“ Das Rezept für die langjährige glückliche Gemeinschaft gibt Josef Kessel übrigens gern weiter: „Vertrauen, vergeben und kuscheln.“

Von Martina Sommerlade

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