Hessische Landgesellschaft bemüht sich um Grund am Sandershäuser Berg

Wertvoller Boden: Aus landwirtschaftlichen Flächen am Sandershäuser Berg wurde in den vergangenen Jahren ein Gewerbegebiet. Im Vordergrund ist die SMA-Baustelle zu erkennen. Archivfoto:  Brosche

Niestetal. Zumindest nach außen hin ist die Debatte um eine mögliche Erweiterung des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg bei Niestetal und den Bau einer eigenen Anschlussstelle an die Autobahn 7 abgeebbt. Zur Beruhigung der Diskussion hat Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) mit seiner Ankündigung gesorgt, Experten zu beauftragen, die die Kosten für das Mammutprojekt ermitteln sollen.

Vorher werde es weder eine Entscheidung über die Erweiterung noch über eine Beteiligung weiterer Kommunen an dem Gewerbegebiet geben.

Doch wird gegenwärtig wirklich nur gerechnet? Oder wird doch schon an der Verwirklichung des Projekts gearbeitet, dem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zuletzt neuen Schwung verpasst hatte?

Nach HNA-Informationen ist die Hessische Landgesellschaft (HLG) zurzeit am Sandershäuser Berg aktiv. Die staatliche Treuhandstelle mit Hauptsitz in Kassel, die für Städte und Gemeinden Boden für Wohn- und Gewerbegebiete bevorratet, bemüht sich offenbar um ein 3,5 Hektar großes Areal, das die Eigentümer des Gutes Ellenbach gepachtet haben.

Keine Auskunft

Das Problem: Niemand kann oder will erklären, was es mit der Offerte auf sich hat. HLG-Geschäftsführer Dr. Harald Müller gab trotz mehrerer Anfragen keine Auskunft. Das Hessische Wirtschaftsministerium erklärte, es habe der HLG keinen Auftrag erteilt. Auch im Niestetaler Rathaus teilte man auf HNA-Anfrage mit, es gebe im Zusammenhang mit einer möglichen Erweiterung des Gewerbegebiets keinen Auftrag, Boden zu bevorraten.

Dem Verpächter indes bietet die HLG dem Vernehmen nach einen Kaufpreis von 3,60 Euro pro Quadratmeter. Üblich sei ein Preis von etwa 1,10 Euro. Dem 135 Hektar großen Gut Ellenbach droht bei einer Erweiterung des Gewerbegebiets der Verlust von bis zu 30 Hektar wertvoller Flächen. Die 3,5 Hektar, die von dem Gut genutzt werden, liegen zwar außerhalb einer möglichen Erweiterungsfläche; das Land könnte aber als Ersatz für verlorene Ländereien dienen. Niestetals Verwaltungssprecher Dennis Bachmann hält es für möglich, dass die HLG noch Ersatzland für den bereits existierenden Teil des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg sucht. „Da sind noch Restflächen offen.“

Von Peter Ketteritzsch

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