Fritz-Erler-Anlage: Kritik der Gewerbetreibenden an den Erschließungsarbeiten

Verwirrung über Zufahrt

Derzeit nicht passierbar: Die ehemalige Hauptzufahrt der Kaserne, über die bisher auch die Gewerbetreibenden im Gebäudekomplex links zu erreichen waren. Kritik an der Ausführung der Erschließungsarbeiten übten (von links) Lutz Schneckenberg, Tore Florin, der stellvertretende CDU-Fraktionschef Karsten Schreiber und Henner Henkel von der Francis Energy GmbH, die die großflächige Fotovoltaik-Anlage auf dem Freigelände betreibt. Fotos: Schräer

Fuldatal. Die Konversion der ehemaligen Fritz-Erler-Kaserne stockte über Jahre. Jetzt läuft die Erschließung, werden Wasserleitungen und in Teilen ein neuer Kanal verlegt. Dennoch hält sich die Freude der Anlieger über den Fortschritt in Grenzen. Mit den Bauarbeiten gingen zahlreiche Probleme einher, so ihre Kritik. Fehlende Information und unkoordinierte Bauarbeiten bemängeln Jörg Wagner und Tore Florin, die Gebäude hinter dem ehemaligen Haupttor erworben haben.

Dass diese „Hauptzufahrt, die seit 40 Jahren bekannt ist“, aufgefräst und aufgerissen wurde, erfuhr Wagner durch einen Kunden. Dieser habe vor der nicht passierbaren Zufahrt gestanden und ihn per Handy gefragt, wie er denn zu seinem Kfz-Betrieb komme. Er habe noch versucht, den Mann über das ehemalige Südtor der Kaserne zu dirigieren, sei selber dorthin gefahren. „Aber der Kunde war weg“, sagt Wagner.

Vielen, die auf das Gelände wollten, sei es so gegangen, nachdem die Bauarbeiten am alten Haupttor begannen. Denn an der neuen Zufahrt habe es keinerlei Hinweis gegeben, sagt Wagner. 14 Tage habe es gedauert, bis die Gemeinde ein Umleitungsschild aufstellte. Eine Zusatzinformation, dass die Umleitung für die Erler-Anlage gelte und nicht für den Verkehr Richtung Knickhagen, fehle bis heute.

Selbst über die neue Zufahrt komme man oft nicht zu seinem Ziel, betont Florin. Die Baufirmen buddelten die Straßen an mehreren Ecken gleichzeitig auf, das Fräsgut bleibe liegen, versperre Wege. Dies sei bei einem Notfall besonders problematisch. Wagner: „Hier wird gearbeitet, als gäbe es nicht schon Gewerbetreibende auf dem Gelände.“

An einem Tag habe er keinen Strom mehr gehabt, am Folgetag floss kein Brauchwasser aus dem Hahn, sagt Lutz Schneckenberg, einer der Ersten, der auf das Gelände zog. Bauarbeiter hatten die Leitungen gekappt, weil die Gemeinde ihnen angeblich mitgeteilt hatte, alle seien außer Betrieb. Auf seine Bitte hin habe die Baufirma dann eine neue Zuleitung zur Wasserversorgung verlegt, sagt Schneckenberg.

Neue Trinkwasserleitungen würden verlegt, ohne die Anlieger zu fragen, wohin sie ihren Anschluss haben wollen, sagt Florin. Die Gräben würden wieder zugeschüttet, ohne auch gleich ein Leerrohr für Telekom-Kabel zu verlegen, kritisieren die Eigentümer.

Als das Parlament den Bebauungsplan erstellte, habe es die Telekom abgelehnt, neue leistungsfähige Kabel zu verlegen, sagt Karsten Schreiber, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender. Angeblich sei ein Netz der alten Kaserne vorhanden. „Dieses entspricht nicht den heutigen Anforderungen“, sagt Schreiber. Daher hätte die Gemeinde jetzt zumindest Leerrohre für Telekommunikation verlegen sollen. „Ohne leistungsstarkes Netz siedelt sich niemand an.“

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Von Michael Schräer

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