Eintrag im Guinness-Buch

Video: Zwölf Jungs wollen Weltrekord im Freibad Obervellmar aufstellen

Vellmar. 24 Stunden lang vom Drei-Meter-Brett im Freibad Obervellmar springen: So lautet der Plan von zwölf Jungs aus Vellmar. Damit wollen sie ins Guinness-Buch der Rekorde.

Das Freibad Obervellmar liegt idyllisch im Grünen, ein paar Menschen ziehen ihre Bahnen. Doch der ruhige Eindruck täuscht: Der Drei-Meter-Sprungturm ist gerade in den Sommerferien von zwölf Jungs beinahe dauerhaft belegt. Immer wieder steigen sie die Leiter herauf und zeigen ihr Können mit Saltos und Schrauben. Denn das Drei-Meter-Brett dient ihnen als Trainingsobjekt: Sie wollen mit einem 24-Stunden-Dauerspringen einen Weltrekord aufstellen.

Marc-André Schaub (17) und Tom Weber (14) hatten die Idee. Sie haben einen ähnlichen Rekordversuch im Fernsehen gesehen, allerdings von einem Zehn-Meter-Sprungturm, und sich daraufhin überlegt, das auch zu versuchen. „Wir wollen damit das Freibad fördern“, sagt Marc-André. 2016 sei das Bad oft geschlossen gewesen. Auch dieses Jahr gebe es nicht so viele Badegäste. „Wir wollen Werbung machen und den Menschen sagen: Kommt doch mal ins Freibad“, sagt Tom Weber.

Sie wollen mit sechs weiteren Freunden den Weltrekord aufstellen: (von links) Anthony Uzzolino (13), Niklas Gebhardt (16), Marc-André Schaub (17), Joshua Meier (17), Milan Dökmeci (16) und Tom Weber (14) auf dem Drei-Meter-Turm im Freibad Obervellmar. 

Weil es im Obervellmarer Freibad keinen Zehn-Meter-Turm gibt, soll das Drei-Meter-Brett für den Weltrekord genutzt werden. Das Organisationsteam um Marc-André und Tom hat sich bereits überlegt, wie der Rekord mit zwölf Leuten aufgestellt werden kann: Etwa alle zwei bis drei Minuten muss jemand springen, dafür werden Gruppen und Schichten eingeteilt. „Das ist vor allem nachts wichtig“, betont Marc-André. Dann sollen Gruppen von vier Springern gebildet werden, also drei Schichten. „Eine Schicht springt dann etwa eine halbe Stunde“, sagt Marc-André. Tagsüber wollen dann alle springen.

„Wir sind sonst auch ständig im Freibad und 90 Prozent der Zeit auf dem Dreier“, meinen die Jungs. Das Problem: Der Weltrekord kann dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr aufgestellt werden. „Bis die Anmeldung durch ist, dauert es bis zu zwölf Wochen“, erklärt Tom. Dann ist die Freibad-Saison bereits vorbei. Wer das Verfahren beschleunigen will, muss laut Webseite des Unternehmens Guinness World Records mit Sitz in London 825 Euro bezahlen. Dann dauert es nur fünf Tage. Doch das ist zu viel Geld für die 13- bis 18-Jährigen. „Deshalb ist es besser, den Weltrekord nächstes Jahr zu versuchen, auch wegen der Vorbereitung“, fügt Marc-André hinzu – es sei denn, es findet sich noch ein Sponsor, der die Aktion finanziell unterstützen will.

Springt regelmäßig vom Dreier: Marc-André Schaub mit einem Salto-Sprung.

Den Weltrekord müssen sie natürlich vor der Jury beweisen können. Da es Geld kostet, ein Mitglied der Guinness-World-Records-Jury anreisen zu lassen, wollen sie das 24-Stunden-Springen auf Video aufnehmen. Kein einfaches Vorhaben, aber ein deutscher oder europaweiter Rekord reicht den Jungs nicht: „Wir wollen ins Guinness-Buch“, sagt Marc-André überzeugt. Was man sonst noch braucht? Eine Badehose und viel Körperspannung. Und: Die Teenager sind auf der Suche nach Sponsoren, zum Beispiel für Neopren-Anzüge, die sie in der Nacht beim Springen tragen können.

Der Kiosk habe bereits zugesagt, die Verpflegung zu übernehmen, und auch die Stadt unterstützt ihr Vorhaben: „Das ist eine tolle Idee, die wir unterstützen“, so Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD). Auch die Bademeister stehen hinter den zwölf Springern, ebenso wie die restlichen Badegäste. „Die Jungs haben ganz schön was drauf“, sagt ein Freibadbesucher.

Hintergrund: Rekordversuch vorher anmelden

Das erste Weltrekord-Buch wurde 1955 von der Guinness-Brauerei in Auftrag gegeben und in Irland veröffentlicht. „Guinness World Records“ ist eine Firma mit Sitz in London und beschäftigt etwa 50 Mitarbeiter, die die Rekordfälle bearbeiten. Das „Hollywood Guinness Museum“, in dem Exponate zu anerkannten Rekorden gezeigt werden, befindet sich in Los Angeles. Wer einen Weltrekord aufstellen möchte, muss sich rechtzeitig vor dem Versuch anmelden, damit die Regeln der Firma eingehalten werden und der Rekord gültig ist. Bewerber können entweder einen neuen Rekord aufstellen oder einen bestehenden brechen.

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