Videoanlage an Baunataler Theodor-Heuss-Schule kommt nicht

Bleibt ohne Videokontrolle: Der Landkreis stattet die Theodor-Heuss-Schule zumindest vorerst nicht mit etwa 20 Kameras aus. Damit wollten die Behörden Randalierer abschrecken, die regelmäßig für Schäden sorgen. Foto: Kühling

Baunatal. Die Videoüberwachung an der Theodor-Heuss-Schule (THS) in Baunatal kommt nicht. Der Landkreis nimmt von den Plänen Abstand, nach zahlreichen Fällen von Vandalismus eine Videoanlage zur Überwachung des Außengeländes zu installieren.

Zumindest vorerst. Das bestätigt Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage.

Der Kreis gehe von Kosten für die Anlage mit etwa 20 Kameras von mindestens 20 000 Euro aus. In Hofgeismar solle getestet werden, was das Modell letztendlich bringt.

Vor einigen Wochen hatte sich das noch ganz anders angehört. Damals ging der Kreis sicher davon aus, dass Videokameras abschreckend auf Randalierer wirken. Und Schulleiter Walter Kayser hatte Anfang September drastisch geschildert, in welcher Intensität die Randalierer an der Schule agieren. Meist sei Alkohol im Spiel. Dann komme man über Gespräche überhaupt nicht mehr an die Leute ran. Auch sagte Kayser, dass sämtliche Versuche, mit der Polizei oder dem Streetworker der Stadt gegen den Vandalismus vorzugehen, bislang gescheitert seien.

Scheiben kaputt, Holzbänke angezündet

Kayser hatte von Treffen berichtet, bei denen manchmal 60, 70, 80 Leute an der Schule feierten. Anschließend seien immer wieder Scheiben kaputt gegangen und Holzbänke seien auf dem Schulhof angezündet worden. Regelmäßig, so Kayser, sei nach den Wochenenden der Schulhof komplett mit Glasscherben übersät. Der Landskreis hatte damals die Schäden, die durch Vandalismus an der THS in einem Jahr entstehen auf Anfrage unserer Zeitung mit einem fünfstelligen Betrag angegeben.

Inzwischen schildert der Schulleiter die Situation in abgeschwächterer Form. Man wolle eher auf eine Zusammenarbeit mit der Stadt Baunatal „zur Bearbeitung dieses Problems“ setzen, sagt er.

In der Tat ist das Baunataler Rathaus in die Bewertung der Vorgänge offenbar inzwischen intensiv eingebunden. Kürzlich gab es eine Anfrage im Stadtparlament von Jürgen Prinz (CDU) zum Vandalismus an der Schule. Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) berichtete, dass man mit den Beteiligten Kontakt aufgenommen und sich die Zahlen besorgt habe. Er schilderte daraufhin die Vorfälle nicht so dramatisch.

Die Situation habe sich ganz anders dargestellt, als die Berichte der Schulleitung vermuten ließen, sagte Schaub. „Die angesprochenen verwiesen darauf, dass sie jeweils einzelne Vorfälle beschrieben hätten, die Gesamtsituation aber gerade in diesem Jahr äußerst ruhig beschrieben werden kann.“ Schaub: Bekannt seien 16 Fälle zwischen Januar 2009 und heute. „Die Schadenshöhe ist nicht genau zu ermitteln, bewegt sich aber zumeist im Bereich einiger hundert Euro.“

Von Sven Kühling

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