Frost und Straßenbahnbaustelle trübten im Vellmarer Zentrum das Weihnachtsgeschäft am Rathausplatz

Vellmar: Viel Ärger über die Buckelpiste am Rathausplatz

Vellmar. Die Dauerbaustelle Straßenbahn, dazu der frühe Wintereinbruch mit strengem Frost Ende November - diese unglücklichen äußeren Bedingungen setzten dieses Mal den Vellmarer Kaufleuten am Rathausplatz zu. Die Folge waren Umsatzeinbußen.

„Ich war erstaunt, dass trotzdem noch so viele gekommen sind“, bilanzierte Katharina Engelhardt, Inhaberin des „bücherecks“. Das Weihnachtsgeschäft sei für sie „definitiv schlechter gewesen und hinter den Erwartungen zurückgeblieben“. Ein Grund dafür, dass gerade auch ältere Kunden den Weg zu ihr „trotz vieler schöner Bücher“ nicht gefunden hätten, war für sie neben der „furchtbaren Baustelle der mangelhafte Räumdienst auf dem Rathausplatz“. Eine Kritik an der „Buckelpiste“, die übrigens auch von anderen Kaufleuten am Rathausplatz geäußert wurde.

„Das ist eine einzige Katastrophe.“

Rosemarie Damm zum Räumdienst

Erschwerend sei laut Engelhardt dazugekommen, dass das Parkhaus bei Dauerschnee von Anliegern ohne Garage als Unterstellmöglichkeit genutzt und damit für Kunden blockiert worden sei.

Enttäuscht: Bei Rosemarie Damm vom Blumen-Studio in Vellmar blieben in diesem Jahr viele der sonst zu Weihnachten so begehrten Amaryllen im Laden. Für sie war 2010 „geschäftlich gesehen das traurigste Weihnachtsfest überhaupt“. Fotos: Sommerlade

Die Witterungsbedingungen machte Rainer Döring vom gleichnamigen Modehaus in erster Linie dafür verantwortlich, dass auch bei ihm „etwas weniger umgesetzt wurde“. Der Rathausplatz sei halt eine Schönwetter-Einkaufsmeile. Gerade seine ältere Kundschaft sei wegen des Schnees zurückhaltender gewesen.

Dies bestätigte auch Rosemarie Damm vom Blumen-Studio: „Geschäftlich gesehen war dies das traurigste Weihnachten überhaupt.“ Als „einzige Katastrophe“ bezeichnete sie die Rahmenbedingungen rund um den Rathausplatz.

„Die Kombination aus schlecht geräumten Wegen, einem von Anwohner-Fahrzeugen blockierten Parkhaus und der Baustelle“ machte sie dafür verantwortlich. Einige Besucher des Wochenmarkts seien sogar gestürzt. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden bei Rosemarie Damm daher weit weniger der liebevoll arrangierten Adventsgestecke und farbenprächtigen Amaryllen verkauft.

Kein Weihnachtsgeschäft

Mit dem Umsatz zufrieden: Thomas und Tanja Hühner vom Weinlädchen waren mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden, auch wenn es nicht besser war als 2009.

Ein Satz reichte Monika Hofmann von CBR Companies: „Ich kann zum Weihnachtsgeschäft nur sagen, dass es keines gab.“ „Mit dem Umsatz sind wir zufrieden, auch wenn er keinesfalls besser ist als im Jahr zuvor“, bilanzierten Tanja und Thomas Hühner vom Weinlädchen. Über die widrigen Einkaufsbedingungen hätten sich auch die Wein-Kunden beklagt.

Zufrieden mit dem Umsatz war Gina Karbowski von Gina’s Moden. „Für die Kunden ist es aber teilweise sehr umständlich, hier einzukaufen.“

Eine rundum positive Bilanz des Weihnachtsgeschäftes zog Günter Behnke vom Juwelier M. von Meyer. „In diesem Jahr wurden erstmals auch wieder schöner Goldschmuck und andere wertvolle Teile verkauft.“ Von der Baustelle hätte sich der Großteil seiner Kundschaft nicht beeinträchtigt gefühlt.

Von Martina Sommerlade und Stefan Wewetzer

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