Neues Pflegekonzept für Vellmarer Grünanlagen im Test: Sommerblumen sollen Kosten sparen

Vellmar testet neues Konzept für Grünanlagen

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Farbenpracht

Vellmar. Ortseingänge sind die Visitenkarten der Städte und Gemeinden. Zumindest sieht die Stadt Vellmar dies seit vielen Jahren so.

Aufwendig wurden bislang Verkehrsinseln und Beete im Stadtbereich durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofes gestaltet und gepflegt. Allein 644 000 Euro - inklusive Personalkosten - sind im aktuellen Vellmarer Haushalt für die Pflege des gesamten städtischen Grüns mit dem Ahnepark als Schwerpunkt veranschlagt.

Nachdem schon drei Saisonarbeiter-Stellen (Ersparnis 40 000 Euro) gestrichen wurden, wird zurzeit auch das Pflegekonzept überprüft. Bepflanzungen - zum Beispiel am Kreisel Osterberg - wurden zum Teil durch Blumenwiesen ersetzt. „Die bisherigen Bepflanzungen an den Ortseingängen sind sehr arbeits- und kostenintensiv“, erklärte Uwe Niede, Landschaftsplaner der Stadt Vellmar. Bei der Sommerblumenansaat dagegen, die man bereits unmittelbar nach den Eisheiligen vorgenommen habe, sei das anders. Die Kosten könnten damit erheblich reduziert werden.

Ein herkömmliches Blumenbeet müsse vorbereitet, gemulcht, bepflanzt und mehrfach gehackt werden, damit das Unkraut nicht überhandnehme. Das entfalle bei den jetzt blühenden Sommerwiesen. Konkrete Zahlen zur Höhe des Einsparpotenzials konnte der Landschaftsplaner allerdings noch nicht nennen: „Dafür ist es noch zu früh.“ Das Ganze sei noch in der Experimentierphase.

Auch mit der neuen Bepflanzung bleibe die Attraktivität der Anlagen gewahrt, versprach Niede. Und noch einen Vorteil der Sommerblumenwiese führte der Planer an. Unkraut spiele hier nur eine untergeordnete Rolle. Es könne ruhig einmal etwas wachsen, was eigentlich nicht vorgesehen sei. Aber, betont er: Eine gewisse Pflege müsse sein. „Es gibt keine Flächen, die von selbst funktionieren.“

Während sich die KVG entlang der neuen Trasse der Linie 1 in der Holländischen Straße und an der Wendeschleife Vellmar-Nord für die Mischung „Mössinger Sommer“ entschieden hat, wurde auf städtischen Flächen in Vellmar die regionaltypische Mischung „Werrataler Sommer“ verwendet. Dabei handelt es sich um einjährige Blumen, deren Pracht bis in den November hinein erhalten bleibt. Blaue Kornblumen,oder gelbe Ringelblumen zählen dazu.

„Die bisherigen Bepflanzungen an den Ortseingängen sind sehr arbeits- und kostenintensiv.“

Bewährt sich das Experiment - auch die Stadt Kassel hat in diesem Jahr einen Feldversuch an 13 Standorten gestartet -, wird Vellmar möglicherweise noch bunter - und die Pflege noch preiswerter.

Von Werner Brandau

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