Kirchbaunaerin ist nach einem halben Jahr Auslandssemester aus Barcelona zurück

Viel Positives im Gepäck

Ungewönliche Architektur: Die Casa Milà wurde von Antonio Gaudi zwischen 1906 und 1910 gebaut. Foto: Flohr

Barcelona/Baunatal. Seit einiger Zeit bin ich nun wieder zu Hause in Kirchbauna, und durch die räumliche Distanz konnte ich fast ein halbes Jahr in Barcelona reflektieren. Denn gerade wenn man wieder in der Heimat ist, werden doch alltägliche Dinge zu Besonderen. Und so vermisse ich nicht nur den Strand direkt vor der Haustür und die immer strahlende Sonne, sondern auch die netten Menschen, den Trubel auf den Straßen und die spanische Sprache.

Vor allem in den ersten Tagen ist es mir passiert, dass ich mich tatsächlich wunderte, dass ja so viele Menschen um mich herum deutsch sprechen. Das war ein komisches Gefühl, zu Hause zu sein und doch ein bisschen fremd. Da ich während meines Semesters in Barcelona spanisch gesprochen habe, fiel es mir schwer, über längere Zeit zusammenhängend wieder meine Muttersprache zu sprechen. Anfangs machte ich viele Fehler in meinem Satzbau, weil ich zuerst den Satz auf Spanisch dachte und ihn mir dann übersetzt habe. Solche Patzer haben dann nicht nur mich zum Schmunzeln gebracht.

Generell ist es eine enorme Umstellung, denn ein Tag in Deutschland läuft schließlich ganz anders ab als in Spanien, allein schon vom Lebensrhythmus her. Doch jetzt habe ich Zeit, das vergangene halbe Jahr noch einmal zu durchzudenken und mich besonders an die schönen Erlebnisse zu erinnern und sie mit meiner Familie und Freunden zu teilen. Denn neben positiven und negativen Erfahrungen habe ich auch viele kuriose Geschichten mit im Gepäck gehabt. Natürlich gibt es bei einem solchen Auslandsaufenthalt auch immer negative Erfahrungen und Rückschläge, aber besonders diese stärken. Und am Ende kann man stolz auf sich sein, diese gemeistert zu haben.

Studienalltag

In meiner Zeit in Barcelona hatte ich nie das Gefühl, allein zu sein. Ich habe so viele Menschen von dort, aber auch aus anderen Nationen und ihre jeweiligen Kulturen kennen lernen dürfen. Wir haben viele tolle Dinge zusammen unternommen. Auch durch mein Studium an einer ausländischen Uni habe ich nicht nur den Studienalltag in einem anderen Land kennen gelernt, sondern kann dadurch auch reflektieren, was mir bisher in meinem Studium in Kassel besonders gefällt oder eben nicht. Mit einem solchen Blick über den Tellerrand hinaus lernte ich vieles aus Deutschland besonders zu schätzen, in Spanien besonders solche für uns in Deutschland banalen Dinge wie Vollkornbrot, was in Barcelona Mangelware ist.

Dann ist es auch immer wieder schön, wenn Erinnerungen an Ereignisse wiederkommen und man sich denkt: weißt du noch… Denn dies Eindrücke und Erfahrungen kann einem auch niemand mehr nehmen, und sie bereichern jede Persönlichkeit. Deshalb kann ich jedem, der die Möglichkeit hat, empfehlen, über einen längeren Zeitraum ein anderes Land zu besuchen. Denn die Welt hat so viel zu bieten – und jedes Mal ist es schön, wieder nach Hause zu kommen.

Von Stefanie Flohr

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