Kritik an Mehrzweckstreifen

Viel Lob für den Scirocco-Kreisel - aber es droht ein Dauerproblem

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Übersicht für Autofahrer, Sicherheit für Fußgänger: Der Scirocco-Kreisel (Blick von der Friedrich-Ebert-Allee auf das gleichnamige Hotel) bekommt gute Noten von Baunataler Bürgern. Er ist nun auch offiziell für den Verkehr freigegeben worden.  

Baunatal. Mehr Übersicht für die Autofahrer, mehr Sicherheit und Platz für Fußgänger und Radfahrer: Der Scirocco-Kreisel und die umgebaute Friedrich-Ebert-Allee stoßen bei Bürgern auf fast uneingeschränktes Lob.

Geschätzte 250 Bürger feierten am Wochenende den Abschluss der Arbeiten und die Vollendung einer wichtigen Etappe hin zu einer offeneren und freundlicheren City.

Nur ein Wermutstropfen störte die Feierlaune. Der Mehrzweckstreifen auf der Friedrich-Ebert-Allee, der nur in besonderen Verkehrssituationen überfahren werden darf und künftig bei großen Veranstaltungen als zusätzliche Stellfläche genutzt werden soll, wird von Autofahrern weiterhin als bequeme Parkmöglichkeit in unmittelbarer Nähe des Europa- und Marktplatzes genutzt.

Auch während der Kreiselfeier mit Blasmusik und Kreiselbratwurst in Anwesenheit hochkarätiger Vertreter der Stadtverwaltung parkten dort ungerührt Fahrzeuge.

Dabei hatte die Stadt mehrfach öffentlich auf das Parkverbot auf dem Streifen hingewiesen. Autofahrer seien drei Wochen mit Handzetteln in freundlichem Ton ermahnt worden, sagte Roger Lutzi von der Stadtverwaltung.

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Seit Anfang vergangener Woche macht das Ordnungsamt Ernst: Wer dort parkt, erhält einen Strafzettel. 50 „Knöllchen“ habe man seitdem bereits verteilt. Jutta Bachmann aus Schauenburg gehörte zu den Leidtragenden: „Knöllchen vor Weihnachten, das halte ich für eine Abzockerei. Wir haben das einfach nicht gewusst“, sagte sie. Auswärtige würden diskriminiert, weil kein Parkverbot auf dem Streifen ersichtlich sei.

Den Vorwurf weist Lutzi zurück. Dass dort nicht geparkt werden dürfe, gehe schon aus der Straßenverkehrsordnung hervor, sagte er. Deshalb sehe die Stadt auch keinen Grund, den Streifen zu markieren oder Schilder aufzustellen.

Befragte Bürger weisen darauf hin, dass es auch sehr gefährlich sei, auf der Fahrbahnmitte auszusteigen, wenn auf beiden Seiten die Autos vorbeibrausen. Kritik von spontan befragten Bürgern gab es nur vereinzelt. In Höhe des Eingangs zur Glaspassage sei ein Zebrastreifen nötig, meinte Erhard Heberle. Die Autofahrer hielten nicht an, wenn man dort die Friedrich-Ebert-Allee überqueren wolle.

Bürgermeister Manfred Schaub lobte vor dem obligatorischen Durchschneiden des Bandes zur symbolischen Freigabe des Verkehrs, der schon einige Tage am Kreisel rollt, wie harmonisch und zügig die Bauarbeiten insgesamt verlaufen seien.

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