Benzinmotor bleibt am beliebtesten

Im Landkreis Kassel sind so viele Autos angemeldet wie noch nie

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Voller Parkplatz: Im Landkreis Kassel gibt es insgesamt so viele Autos wie nie zuvor. Das Foto zeigt die Fläche vor der Nordfassade des Baunataler Werkes. Fahrzeuge von VW-Mitarbeitern sind allerdings häufig auf Wolfsburg zugelassen.

Kreis Kassel. Im Landkreis Kassel sind 169 765 Kraftfahrzeuge angemeldet - so viele wie noch nie. Das ergab eine Anfrage unserer Zeitung beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg.

Die mit Abstand größte Fahrzeug-Gruppe bilden demnach weiterhin die Autos. Zum Jahresbeginn waren im Kreis 139071 Autos zugelassen.

Im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Anzahl der Autos damit zwar um 5664 gesunken. Das entspricht einem Rückgang um knapp vier Prozent. Im selben Zeitraum ist allerdings auch die Einwohnerzahl prozentual vergleichbar gesunken - von 243 791 auf 233 491.

E-Mobilität hinkt hinterher 

Der beliebteste Motor im Landkreis Kassel bleibt der Benzinmotor. 70 Prozent aller Autos fahren mit Benzin. Nur jeder vierte Fahrer tankt Diesel. Andere Antriebsarten wie Elektro- oder Gasmotoren spielen mit weniger als zwei Prozent im Landkreis nach wie vor kaum eine Rolle. „Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die Tank- und Lade-Infrastruktur im ländlichen Raum besonders im Bereich E-Mobilität noch sehr zu wünschen übrig lässt“, sagte der Sprecher des Landkreises, Harald Kühlborn.

Die Statistiken zeigen jedoch auch, dass die Autos im Landkreis immer schadstoffärmer werden. Demnach sind im Vergleich zum Vorjahr fast 4800 Autos mit Schadstoffklasse Euro 3 oder älter aus dem Verkehr gezogen und durch umweltfreundlichere Fahrzeuge ersetzt worden.

Umgerechnet auf die Einwohnerzahl kommen im Landkreis somit 596 Autos auf 1000 Einwohner. Bundesweit sind die meisten Autos pro Einwohner in Wolfsburg zugelassen. In der VW-Stadt kommen 1148 Autos auf 1000 Menschen - vor allem, weil alle Firmenwagen des VW-Konzerns dort zugelassen werden.

Die zweitgrößte Fahrzeug-Gruppe bilden die Krafträder (15 457 Stück), vor Zugmaschinen (7591), Lkw (6690), sonstigen Fahrzeugen wie Selbstlenkern (752) und Bussen (204).

Tausende fahren mit WOB

Die Zulassungszahlen im Kreis und damit die Einnahmen könnten noch höher sein, wenn beispielsweise VW die Leasing-Fahrzeuge von Mitarbeitern nicht in Wolfsburg anmelden würde. Jeder Beschäftigte des Baunataler Werks, der sein Fahrzeug least, rollt mit WOB-Kennzeichen durch die Region.

Wie viele Autos von VW-Beschäftigten aus Kassel und dem Umland auf Wolfsburg zugelassen sind, sagt der Konzern nicht. „Diese Zahlen kommunizieren wir nicht“, so VW-Sprecher Enrico Beltz in Wolfsburg. Vor einigen Jahren hatte VW in Baunatal von etwa 2000 Autos gesprochen, die pro Jahr mit WOB-Nummernschild zugelassen werden. Damals hieß es, dass der Konzern aufgrund eines geringeren Verwaltungsaufwandes gegenüber örtlichen Zulassungen auch daran festhalten werde.

Mit einheitlichen Kennzeichen sind auch die Streifenwagen der Polizei unterwegs. Sie sind unter WI für die Landeshauptstadt Wiesbaden angemeldet, auch wenn sie in Kassel unterwegs sind. „Mir ist nicht bekannt, dass bei den Kennzeichen Änderungen angestrebt werden“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch auf HNA-Anfrage. In Niedersachsen richten sich die Kennzeichen der Streifenwagen dagegen nach dem Sitz der Polizeidirektion - in Südniedersachsen ist dies GÖ für Göttingen.

Landesweit einheitlich sind die ersten Buchstaben an den Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bundes: Auch wenn sie in Kassel fahren, tragen sie das F für Frankfurt. (sok/ket)

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