Bürgermeister im Altkreis plädieren dafür

Keine Altersgrenze für Verwaltungschefs

Kreis Kassel. Für Bürgermeister aus Leidenschaft gibt es im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen eine gute Nachricht: Die Altersbeschränkung, nach der Verwaltungschefs in Hessen nach Erreichen des 67. Lebensjahres nicht mehr kandidieren dürfen, soll gekippt werden.

Der Espenauer Verwaltungschef Michael Wielert ist sozusagen das Gegenmodell. Wielert entschied sich nach zwei Amtsperioden, auf eine dritte zu verzichten. Er räumt im Juli mit erst 52 Jahren seinen Stuhl für den parteilosen Carsten Strzoda. Trotzdem sieht er die Altersfrage ebenfalls ganz pragmatisch: „Ich halte jegliche Beschränkung für falsch“, meint der Sozialdemokrat. „Wenn einer noch Kraft und Ideen hat, sollte er weitermachen können.“

Vergleichsweise ein Youngster unter den Verwaltungschefs ist der Ahnataler Michael Aufenanger (37). Der Christdemokrat spricht sich ebenfalls für die Abschaffung der Altersgrenze aus. Das trage auch dem demografischen Wandel Rechnung, da die Menschen immer älter würden und später in Rente gingen.

Mit Einschränkungen sieht das auch Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) so, der am 1. Januar 2013 seine erste Amtszeit begann: „Mit Augenmaß gestaltete Flexibiliät ist gut“, sagt der 47-Jährige. Aber: 75 Jahre und älter wäre „Blödsinn und das falsche Signal an den politischen Nachwuchs“. Auch wenn ein neugewählter Bürgermeister wegen seines hohen Alters Gefahr laufe, nur eine Amtszeit zu bestreiten, mache das keinen Sinn.

Eine andere Position vertritt die Schauenburger Bürgermeisterin Ursula Gimmler (47): „Davon halte ich nichts“, sagt die Christdemokratin. Sie selbst habe jedenfalls keine Lust, mit 80 Jahren noch zu arbeiten.

„Völlig untergeordnet“ und uninteressant ist dagegen das Thema Altersgrenze für den SPD-Bezirksvorsitzenden Hessen Nord und Baunataler Bürgermeister Manfred Schaub (56), dessen zweite Amtszeit 2017 endet. Viel wichtiger sei die Diskussion von Fragen wie zum Beispiel der des kommunalen Finanzausgleichs.

Einer den die Aufhebung der Altersgrenze möglicherweise interessieren dürfte, war gestern nicht zu erreichen, da er im Urlaub weilt: Edgar Paul (SPD). Der 62-Jährige, der im Februar 63 wird, könnte nach Ende seiner dritten Amtszeit 2019 noch einmal kandidieren.

Von Stefan Wewetzer

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