Adalbert Riebensahm erhält den Walter-Picard-Preis – Unterstützung für psychisch kranke Menschen

Viele knüpfen gemeinsam ein Netz

Ausgezeichnetes Engagement: Adalbert Riebensahm setzt sich für die Belange von psychisch kranken Menschen ein. Für seinen Einsatz wurde er nun mit dem Walter-Picard-Preis ausgezeichnet. Gestaltet wurde der Preis von Christian Ochs. Foto: Schilling

Vellmar. Seit vielen Jahren setzt sich Adalbert Riebensahm für die Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein. Der 73-Jährige ist Vorsitzender des Vereins Partner für psychisch Kranke im Landkreis Kassel.

Er leitet eine Gesprächsgruppe für Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen und initiierte die „Spaziergänge mit Freunden“, zu denen der Verein regelmäßig einlädt. Lange war er als Pfarrer in Obervellmar tätig und anschließend bis zu seiner Pensionierung 2001 als Dekan in Hofgeismar. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Adalbert Riebensahm nun von der Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen mit dem Walter-Picard-Preis ausgezeichnet.

„Sie haben Normalität ins Leben von Menschen mit psychischen Erkrankungen gebracht“, sagte Uwe Brückmann, Landesdirektor des LWV Hessen, bei der Preisübergabe im Ständehaus in Kassel.

Der Walter-Picard-Preis wird seit 2001 alle zwei Jahre vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich vorbildlich um die gemeindenahe psychiatrische Versorgung in Hessen verdient gemacht haben und so mit dafür sorgen, dass die Gesellschaft offener mit psychisch kranken Menschen umgeht und die Betroffenen nicht isoliert bleiben.

Adalbert Riebensahm teilt sich die Auszeichnung mit der Nachbarschaft eines Wohnheims für Menschen mit schweren seelischen Behinderungen in Riedstadt-Erfelden. Die Anwohner dort begegnen ihren Nachbarn aus dem Wohnheim mit großer Offenheit.

Die ganze Ortsgemeinschaft ist gefragt, wenn es darum geht, Menschen mit psychischen Erkrankungen aufzunehmen, sagte Adalbert Riebensahm. Profis im medizinischen Bereich, Sozialarbeiter, die psychisch Kranken, ihre Angehörigen und Ehrenamtliche - „nur weil das alles zusammenkommt und zusammenwirkt, kann man etwas tun“, erklärte er. So entstünde ein Netz, das den Betroffenen helfe, ihr Schicksal besser zu tragen.

Ein Netz, das auch dem 73-Jährigen geholfen hat, als vor fast 15 Jahren bei seinem Sohn eine psychische Erkrankung ausbrach. „Gespräche mit erfahrenen Angehörigen waren damals ein Schlüsselerlebnis für mich“, sagte Riebensahm. Und so ist es ihm ein großes Anliegen, Betroffenen die Möglichkeit zu bieten, sich ihre Sorgen von der Seele zu reden, sich mit anderen auszutauschen. Der Verein hilft auch ganz praktisch, bei der Wohnungssuche für psychisch kranke Menschen. (pmi) Kontakt: Verein Partner für psychisch Kranke, Telefon: 05605/946712

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