Viele Landesstraßen im Altkreis desolat

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Flickenteppich: Die von vielen Pendlern genutzte Landesstraße zwischen Sandershausen und der Grenze zu Niedersachen ist für Autofahrer seit Jahren ein Ärgernis.

Kreis Kassel. Um den Zustand vieler Landesstraßen ist es nicht gut bestellt. Schlaglöcher, kaputte Fahrbahnränder, zig Stellen, die bereits mehrfach geflickt wurden.

Auch im Altkreis Kassel gibt es zahlreiche Abschnitte, die auf einer internen Straßenzustandskarte des Landes rot markiert sind. Und das bedeutet: Der Schwellenwert ist überschritten, ab dem eine Landesstraße noch zu retten ist. In diesem Zustand hilft nur eine Generalsanierung.

Diese ernüchternde Diagnose trifft im Altkreis Kassel auf Teile von mindestens 13 Verbindungen zu. Beispiele sind die Landesstraßen zwischen Niederkaufungen und Vollmarshausen, zwischen Bergshausen und Dörnhagen (frühere B 83), die Ortsdurchfahrt von Sandershausen (Hannoversche Straße), die Landesstraße von Wilhelmshausen nach Holzhausen, die ehemalige Stadteinfahrt nach Baunatal und die Ortsdurchfahrt von Nieste in Richtung Kleinalmerode. Das Land reagiert auf den alarmierenden Zustand mit einem Sanierungsprogramm: Von 2016 bis 2022 sollen laut Al-Wazir im gesamten Landkreis Kassel 34 Straßen- und Radwegebauprojekte umgesetzt werden.

Kaputt: Auch die autobahnähnlich ausgebaute Stadteinfahrt nach Baunatal muss umfassend saniert werden.

Wann welche Straße an der Reihe ist, steht allerdings noch nicht fest. „Alle Vorhaben der Sanierungsoffensive haben die gleiche Priorität“, heißt es in der Minister-Antwort auf die Anfrage des Abgeordneten Gremmels. Die „konkrete zeitliche Einplanung der Vorhaben“ erfolge mit der jährlichen Aufstellung der Landesstraßenbauprogramme. Will heißen: Der Landtag muss jedes Jahr neu Geld für das Sanierungsprogramm bewilligen - erst dann können die Bauarbeiter anrücken.

Beispiel Landesstraße zwischen Sandershausen und der Grenze zu Niedersachsen: Die berüchtigte Holperstrecke steht zwar auf der im Juni veröffentlichten Sanierungsliste des Ministers, im Extremfall müssen die Autofahrer aber noch Jahre auf einen ebenen Untergrund warten. Hinzu kommt: Nicht jede Straße, die es nötig hat, wird in absehbarer Zeit auch tatsächlich erneuert. So steht beispielsweise die in der Zustandskarte als marode eingestufte Landesstraße in der Ortslage von Heiligenrode (Richtung Uschlag) nicht auf der Sanierungsliste.

Von den 7000 Kilometer Landesstraßen, das hat Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) jetzt auf eine Anfrage des Niestetaler Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (SPD) eingeräumt, ist über ein Fünftel in einem sehr schlechten Zustand.

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