Kasseler Verein hat schon knapp 200 Mitglieder – Ahnataler gab Bienen-Kurse in der Volkshochschule

Viele neue Imker mit Spaß dabei

Imker mit Volk: Manfred Deichmann (links) zeigt einen Rahmen aus dem Bienenstock. Neu-Imker Matthias Janke schaut ihm dabei über die Schulter. Schutzkleidung ist nicht nötig. Die Bienen des Imkers sind ein friedfertiges Völkchen. Fotos: Schilling

Ahnatal/Kassel. Inmitten ihres Hofstaates krabbelt die Königin herum und tut, was eine Königin zu tun hat: Sie legt ein Ei nach dem anderen - in jede Wabe eins. Um sie herum sind die Arbeiterinnen mit der Aufzucht beschäftigt.

Unermüdlich schaffen sie Blütenpollen und Nektar herbei - fleißige Bienchen eben.

Das Volk lebt in Ahnatal, im Garten von Manfred Deichmann. Seit 30 Jahren betreibt der 69-Jährige die Imkerei und sorgt auch dafür, dass weitere Hobby-Imker nachrücken. Deswegen bietet er schon 20 Jahre lang jeden Winter bei der Vhs einen Bienenkurs an. Und das mit Erfolg: Nahmen in früheren Jahren meist zehn bis 15 Menschen daran teil, so waren es im vergangenen Winter 36. Der Imkerverein Kassel, dessen Vorsitzender Deichmann ist, hat mittlerweile fast 200 Mitglieder, 30 neue traten im vergangenen und in diesem Jahr bei. Das Interesse an der Imkerei wächst wieder.

Der Ahnataler ist im Umgang mit seinen Bienen völlig entspannt. „Das ist ein ganz friedliches Volk“, erklärt der Hobby-Imker. Der 69-Jährige muss es wissen. Er züchtet seine Bienen selbst.

Während Manfred Deichmann unter den Imkern ein alter Fuchs ist, gehört Matthias Janke erst seit zwei Jahren dazu. 2010 startete er mit zwei Bienenvölkern, mittlerweile besitzt er sieben. Gern schaut er Deichmann über die Schulter. „Er ist mein Mentor. Bei ihm kann ich mir noch viel Wissen abgucken.“ Die Konstellation hat System. Denn der Imkerverein Kassel versucht, jedem neuen Mitglied einen erfahrenen Imker als Paten zur Seite zu stellen.

Für sie alle hat die Saison bereits begonnen. Sobald die Temperaturen zwölf Grad Celsius erreichen, verlassen die Bienen ihren Stock und suchen nach Nahrung. Der Zucker aus Nektar dient dabei als Energiespender, die Pollen als Eiweißlieferant. Den wertvollsten Pollen liefern derzeit die Weidenkätzchen. Deichmann appelliert darum, mit dem Rückschnitt von Weiden bis nach der Blüte zu warten und auch Haselnuss und Erle vorher nicht zu stutzen.

Genügend Nahrung ist die Voraussetzung für eine starke Brut und widerstandsfähige Bienen. Und widerstandsfähig müssen die Völker sein, denn nach wie vor macht die Varroa-Milbe den Imkern zu schaffen. „Wird nicht konsequent gegen die Milben vorgegangen, kann ein Volk eingehen“, erklärt Deichmann. Nach der Honigernte setzt der Imker darum Ameisensäure ein, denn deren Dämpfe töten die Milben ab. Gefahr droht den Bienen auch von Pflanzenschutzmitteln, die auf Neonicotinoiden basieren. Diese Nervengifte lassen die Bienen dahinsiechen. Deichmann ist es ein Anliegen, auf das Problem aufmerksam zu machen. Denn Bienen produzieren nicht nur Honig. Sie leisten den größten Beitrag beim Bestäuben der Kulturpflanzen und liefern damit auch einen wichtigen Beitrag zum gesamten Ökosystem.

Infos: Manfred Deichmann, Telefon 0 56 09 / 69 96; im Internet: www.imkerverein-kassel.de

Von Meike Schilling

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