50 Jahre Sternwarte Rothwesten: Festvortrag zur Planetenforschung auch für Laien interessant

Viele spannende Einblicke ins All

Ehrung: Stefan Schröder (links), dienstältester Mitarbeiter des Sternwarten-Teams, wurde für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Prof. Klaus Spitzer überreichte ihm eine Urkunde und ein Präsent. Foto: Schilling

fuldatal. „Man muss es mal denken, sonst passiert es nicht“. Mit diesen Worten forderte Ulrich Köhler sein Publikum am Wochenende auf, sich das noch Unvorstellbare ruhig einmal vorzustellen.

Zum Beispiel eine U-Boot Mission auf dem Jupitermond Europa: „Das ist eure Aufgabe, so in 20 oder 30 Jahren“, wandte er sich gut gelaunt an die Jüngeren unter den Besuchern im Fuldataler Forum. Dorthin war der Planetengeologe vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Volkssternwarte Rothwesten gekommen.

Thema war der aktuelle Stand der Planetenforschung. Ein Vortrag, der sowohl für Hobby-Astronomen als auch für Laien einiges zu bieten hatte. Mit vielen Bildern und Filmen, etwa von der Marsoberfläche, brachte er den Besuchern das Weltall ein kleines Stückchen näher. Begeistert erzählte er von der Raumsonde Voyager 1, die gerade unser Sonnensystem verlassen hat, nach einer Flugzeit von rund 35 Jahren. Auf Mars und Venus ist der Mensch bereits mit Sonden gelandet, Missionen zum Merkur sowie zum Jupiter und seinen Monden sind in Planung. Und warum das alles? Darauf gab Köhler mehrere Antworten: „Wir wollen die Erde verstehen, und wir suchen nach anderen Planeten, auf denen Leben möglich ist.“

Zudem beschäftigen sich die Forscher mit den Gefahren, die der Erde aus dem Weltall drohen - und wie diese Gefahren, etwa Asteroiden auf Kollisionskurs, entschärft werden können. „Damit uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt“, schloss er augenzwinkernd seinen Vortrag.

Auch Georg Spitzer hatte zu Anfang einen Gedanken. Und passiert ist seitdem eine ganze Menge. Das wurde früher am Abend deutlich, als sein Sohn, Professor Klaus Spitzer, kurzweilig durch die Geschichte der Volkssternwarte Rothwesten führte. Am Anfang stand die Idee, Astronomie für jedermann zu ermöglichen. Es folgten viele Jahre Planung, der Kauf des ersten Teleskops, der Bau der Kuppel, die Einweihung der Sternwarte und bis heute fünf Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement, durch das der Betrieb erst möglich ist. Mit vielen kleinen Anekdoten und untermalt von historischen und aktuellen Bildern brachte der Geophysiker dem Publikum das Lebenswerk seines Vaters unterhaltsam näher.

Eine besondere Auszeichnung gab es für Stefan Schröder, der als dienstältester ehrenamtlicher Mitarbeiter geehrt wurde. (pmi)

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