Kaufunger SPD feiert am Samstag 111-jähriges Bestehen – Thorsten Schäfer-Gümbel als Gastredner

Vier Arbeiter waren die Gründungsväter

Vorstandsmitglieder des SPD-Ortsvereins Kaufungen 2012: (von links) Michael Polzhuber (Beisitzer), Silke Lappöhn (Stellv. Vorsitzende), Bürgermeister Arnim Roß (Stellv. Vorsitzender) und Martin Hauck (Vorsitzender). Fotos: ppw, nh

Kaufungen. „Wir haben doppelten Grund zum Feiern: Unsere Bundespartei begeht in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag, gleichzeitig möchten wir auf unsere 111-jährige Geschichte zurückblicken“, sagt Martin Hauck (44), Vorsitzender der SPD Kaufungen.

Der Ortsverein hat zu seinem Jubiläum am Samstag, 22. Juni (Beginn: 17 Uhr, in der IGS Gesamtschule), zahlreiche Ehrengäste eingeladen. Die Festrede hält der SPD-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat für die hessische Landtagswahl, Thorsten Schäfer-Gümbel.

Bis zu ihrem Zusammenschluss (2005) und in der Zeit danach durchlebten die SPD-Ortsvereine Ober- und Niederkaufungen eine wechselvolle Geschichte. Es war 1902, als sich vier junge Arbeiter in Oberkaufungen zusammentaten, um den Grundstein für den ältesten Ortsverein im Bereich des Unterkreises Lossetal-Niestetal zu legen. Die Arbeit von Sozialdemokraten war damals alles andere als leicht: Mit ihrem Engagement für die Partei mussten die Männer der ersten Stunde mit gesellschaftlichen Beeinträchtigungen und dem Verlust ihrer Arbeitsplätze rechnen. Dennoch blieben die Erfolge bei Wahlen nicht aus: 1910 zog Ludwig Batz als erster Sozialdemokrat in das Gemeindeparlament ein, und Georg Williges (SPD) wurde 1921 zum Bürgermeister von Oberkaufungen gewählt.

Die Fraktion 1971: (1. Reihe, von links) Waldemar Strube, Ernst Marx, Irma Ostermann, Gerhard Iske, Heinrich Gundlach, Herbert Freitag, Dieter Mayer; (2. Reihe) Günter Gundlach, Walter Störmer, Horst Schollmeyer, Willi Batz, Adolf Althans, Gerd Bredenbeck; (3. Reihe) Karl Brübach, Heinrich Klinge, Kurt Liphardt, Georg Klein, Karl-Heinz Erlbeck; (4. Reihe) Heinrich Schuster, Karl-Heinz Roß, Peter Radke.

Über die Gründung des Ortsvereins Niederkaufungen gibt es keine genauen Angaben. Er soll ebenfalls vor mehr als hundert Jahren entstanden sein. Auf jeden Fall gab es in diesem Ortsteil bis 1933 eine enge Verzahnung zwischen der SPD und dem Turnverein. Nach dem Verbot der SPD-Ortsvereine durch das NS-Regime und den Wirren des Zweiten Weltkriegs wurde der Ortsverein Oberkaufungen vier Monate nach Beendigung der Kriegshandlungen wiedergegründet. Georg Williges wurde erneut Bürgermeister in Oberkaufungen. In Niederkaufungen übernahm 1946 mit Heinrich Rissel ebenfalls ein Sozialdemokrat die Verantwortung als ehrenamtlicher Bürgermeister.

Heute gehören dem gemeinsamen SPD-Ortsverein 200 Mitglieder an. Im Kommunalparlament ist die Partei mit zwölf von 38 Sitzen vertreten. Nach dem Umbruch und den personellen Verlusten im Jahr 2012 habe sich die Fraktion neu gefunden, sagt Martin Hauck. „Jetzt arbeiten wir wieder aus einer Position der Stärke und mit viel Engagement.“ Solide Finanzen und das Streben für eine sozial ausgewogene Gemeinde, „die ihre Ressourcen sinnvoll einsetzt“, siedelt er ganz oben an. In diesem Jahr werde es auch durch die beiden Wahlkämpfe für die Mitglieder des Ortsvereins kein Ausruhen geben, so Hauck. (ppw)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.