Vier Generationen Wirts-Tradition

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Harald Bloos wünscht sich, dass es weitergeführt wird: das Gast- und Pensionshaus zum Reinhardswald. Fotos: Hild

Eine kleine Akte mit alten Schriftstücken, Postkarten und Bildern des Gaststättengebäudes und der Familiengeschichte hat Inhaber Harald Bloos aus Wilhelmshausen gefüllt.

Die Festschrift zur Vermählung von Carl Oppermann mit Fräulein Martha Schoppe aus dem Jahr 1910, noch in Sütterlin geschrieben, zeugt von der langen Wirtstradition dieser Familie in Wilhelmshausen. Kleine Zeichnungen wie von einem Paar vorm Standesamt mit der Überschrift: „Herr vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“, aber auch Kopien von Telegraphien des Deutschen Reiches mit Glückwünschen. Martha Schoppe, eine Tochter des Hauses, feierte ihre Hochzeit im Jahr 1910 in der Familiengaststätte, bevor sie mit ihrem Mann nach Hann. Münden zog.

Marktplatz: Vier Generationen Wirts-Tradition

Postkarte der Gastwirtschaft aus der Vergangenheit.
Postkarte der Gastwirtschaft aus der Vergangenheit. © privat/Repro.Hild
Vereinsheim für den Angelsportverein bis zum Jahr 1990.
Vereinsheim für den Angelsportverein bis zum Jahr 1990. © privat/Repro.Hild
Gastwirt Harald Bloos am Tresen seiner Gaststube.
Gastwirt Harald Bloos am Tresen seiner Gaststube. © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Gast-und Pensionshaus zum Reinhardswald“,mit Freiterrasse und Platz für einen schönen Biergarten.
Gast-und Pensionshaus zum Reinhardswald“,mit Freiterrasse und Platz für einen schönen Biergarten. © Hild
Historische Aufnahme
Historische Aufnahme. © privat/Repro.Hild
Historische Aufnahme.
Historische Aufnahme. © privat/Repro.Hild
Historische Aufnahme.
Historische Aufnahme. © privat/Repro.Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen
Harald Bloos verkauft sein Anwesen, ein Haus mit Gaststätte und Fremdenzimmern, in Fuldatal-Wilhelmshausen © Hild

Der heutige Inhaber Harald Bloos selbst hat seine Gaststätte „Gast- und Pensionshaus zum Reinhardswald“ mit Blick auf die ruhig vorbeifließende Fulda in vierter Generation jahrzehntelang betrieben. „Viel Arbeit war es, denn der Betrieb ging immer vor, doch hat es mir immer Spaß gemacht“, erzählt der Gastwirt lächelnd. „Ich könnte ein Buch schreiben über meine Erlebnisse“, sagt er und winkt ab. Im Jahr 1967 hat Bloos die Gaststätte von seinem Opa übernommen, 1968 geheiratet und mit seiner Frau drei Töchter bekommen. Der Alltag bestand aus Busbetrieb, Vereinsfeiern, Gastronomie, täglich Mittagstisch und Übernachtungsbetrieb. „Unsere Kinder haben wir nicht gezwungen die Gaststätte weiterzuführen. Man muss das auch stemmen können. Ich kenne das gar nicht anders, als dass am Ruhetag tapeziert oder repariert wird“, sagt Bloos. Nebenbei hat Bloos noch eine ehemalige Scheune zu einem Haus mit zwei Mietwohnungen umgebaut, welches an das weitläufige Gasthausgelände grenzt. Direkt vor der Gaststube führt der Radweg R 1 entlang, die Bushaltestelle ist vor dem Haus.

Eine nette Gaststube mit 50 Sitzplätzen, ein großer teilbarer Saal für 180 Gäste, der Pensionsbetrieb sowie das Wohn- plus Mietshaus warten nun auf einen neuen Besitzer, der diese Gaststätte wieder mit Herz und Seele betreibt. Vor dem Gebäude ist die Wiedereröffnung des einstigen Biergartens denkbar, ein überdachter Freisitz ist ebenfalls schon vorhanden.

Seit 1990 hatte Bloos die Wirtschaft eine Zeit lang verpachtet. Heute bietet er noch acht Fremdenzimmern mit 15 Betten inclusive Frühstück an, backt für die Gäste morgens selbst die Brötchen. Ein Wirt, der seine Arbeit liebt und hofft, einen Nachfolger seines Schlages zu finden.

Lange Geschichte

Das Wirtshaus hat eine lange Geschichte. So hat der Urgroßvater von Harald Bloos, um die Jahrhundertwende 1900 die Gaststätte mit einem Saal für circa 60 bis 70 Personen gebaut. Es war die Zeit, als die Edertalsperre gebaut wurde, die Fulda kanalisiert und Schleusen von Kassel bis Hann. Münden entstanden. Auch Wilhelmshausen bekam eine Schleuse. Damit die Bauern auf das gegenüberliegende Ufer kommen konnten, bekam der Ort eine Fähre direkt vorm Wirtshaus. Seit dieser Zeit wurde das Gasthaus über die Generationen hinweg ein Treffpunkt für den Ort, Vereinstreff, Veranstaltungsort für Familienfeiern und Kirmessen. Sogar Heimatschriftsteller und Mundartdichter Gustav Wentzel schrieb über diese Gastwirtschaft im Jahr 1911: „In dem hibschen Derfchen, wo schund der Jerome von Kassel her mit sinnen Schiffen uff der Fulle angelegt un mit sinnen Hofdämerchen getafelt un getrunken hatte, stellte uns der Gastwirt Schoppe gegenriwwer von der Kirche unner ner scheenen, ahlen Linde im Werthuß-Gaarten en schattiges Plätzchen mit Stiehlen und Dischen zesammen“.

Kontakt: Tel. 0160 / 595 58 42

Von Margitta Hild

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