Landtagswahl 2013: 95 000 Wahlberechtigte am Sonntag im Altkreis Kassel – Gremmels (SPD) mit besten Chancen

Vor vier Jahren Spannung pur

Timon

Kreis Kassel. Es war eine spannende Wahlnacht – vor viereinhalb Jahren, am 18. Januar 2009. Bis weit nach 20 Uhr zitterte die SPD im Landkreis Kassel dem Ergebnis der Landtagswahl entgegen. Ob es auch diesmal wieder so spannend wird, das wird sich am Sonntagabend zeigen.

Dass die Wähler den Sozialdemokraten nach dem Ypsilanti-Debakel der gescheiterten Regierungsbildung mithilfe der Linken einen ordentlichen Denkzettel verpasst hatten, das wurde damals bereits mit der ersten Hochrechnung deutlich: ein Minus von 12,6 Prozent verzeichnete die SPD. Doch würde dabei auch die Niestetaler Direktkandidatin Ulrike Gottschalck in der SPD-Hochburg durchfallen? Und stattdessen der Helsaer CDU-Kandidat Frank Williges direkt in den Landtag einziehen?

Kurz vor 21 Uhr stand es fest: Ulrike Gottschalck hatte mit 41,7 Prozent das Rennen für sich entschieden. Erleichterung bei den Genossen. Freude aber auch bei der CDU über den Achtungserfolg, Williges hatte immerhin 34,2 Prozent der Stimmen geholt.

Diesmal ist der Akteur mit den besten Chancen im Wahlkreis Kassel-Land II, der fast den gesamten Altkreis Kassel abdeckt, ein Wahlneuling: Timon Gremmels sitzt zwar bereits seit vier Jahren für die SPD im Landtag. Aber der 37-Jährige aus Niestetal musste sich dafür nicht den Wählern stellen. Er war zum 1.  November 2009 für Ulrike Gottschalck (der nach der Pfeffermann-Affäre der Sprung in den Bundestag gelang) in den Landtag nachgerückt. Diesmal also muss er sich gegen Frank Williges durchsetzen.

Auch der hat bereits Landtagserfahrung, von April 2003 bis April 2008 gehörte der Inhaber eines Bodenleger-Betriebs in Helsa dem hohen Hause in Wiesbaden an. Dies zu wiederholen, wird Williges allerdings schwerfallen. Denn den Wahlkreis im roten Nordhessen direkt zu holen, dürfte angesichts der politischen Kräfteverhältnisse schwer werden. Auch Williges’ Platzierung auf Platz 42 der Landesliste ist keine sichere Bank. Zwar verfügt die CDU derzeit über 46 Sitze. Vor vier Jahren allerdings reichte Williges selbst Platz 38 auf der Liste nicht, weil die Listenplätze wegen der vielen Direktmandate gar nicht zum Tragen kamen.

Die Liberalen waren 2009 die drittstärkste Kraft. Für die FDP geht Sven Makoschey (Ahnatal) ins Rennen. Der Baunataler Edmund Borschel tritt für die Grünen an, Horst Pilgram (Schauenburg) für die Linken, die Piraten sind durch Robin Geddert (Vellmar) vertreten.

HINTERGRUND

Von Holger Schindler

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.