Ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen führen in Ihringshausen bald ein Geschäft in Eigenregie

Bei Schlecker raus, nun eigene Drogerie

Noch sind einige Regale leer: Doris Auerbach (vorn) und Monika Vogel freuen sich auf die Eröffnung des neuen Drogeriemarktes am 1. Februar in der Veckerhagener Straße. Foto: Thöne

Fuldatal. Eigentlich wollte Doris Auerbach nur nach Regalteilen fragen, als sie im vergangenen November die ehemalige Schlecker-Filiale in der Veckerhagener Straße in Ihringshausen betritt. Der Inhaber des Ladens und die 58-Jährige kamen ins Gespräch. Er erkundigte sich nach ihrer Geschichte.

Auerbach erzählte ihm, dass sie einst Filialleiterin eines Schlecker-Ladens war. 13 Jahre hatte sie für die Drogeriemarktkette gearbeitet. Bis die Pleite kam. Seitdem schlug sie sich mit einem Minijob durch.

Für den Inhaber war Auerbach ein Glücksfall. Seine Idee: Gemeinsam mit einem weiteren Investor wollte er die ehemalige Schlecker-Filiale als Drogerie neu eröffnen. Und das mit ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen. Die 58-Jährige war begeistert. „Das war wie ein Sechser im Lotto. Reingegangen bin ich, um nach Regalteilen zu fragen, rausgegangen bin ich mit einem Arbeitsplatz.“

Die anderen drei Schlecker-Verkäuferinnen waren schnell gefunden. Ute Huckfeldt, Monika Vogel und Ulrike Burghardt – alle haben sie langjährig als Verkäuferin bei der Drogeriemarkt-Kette gearbeitet.

Mitte Dezember ging es für die vier Frauen dann so richtig los. Im Laden war zu dem Zeitpunkt nichts außer Müll. Der musste erst mal entsorgt werden. „Das größte Problem war es aber, die Zulieferer zu finden“, erzählt Auerbach. Die meisten waren wegen der geringen Abnahme nicht interessiert. Zwei Wochen lang saß die zukünftige Verkaufsstellenleiterin am Telefon. „Das war eine große Herausforderung“, sagt Auerbach mit ernstem Gesicht. Aber sie hat es geschafft. Zehn Lieferanten hat sie an Land gezogen.

Seitdem sind die vier Frauen fleißig dabei, die Ware einzuräumen. Man merkt ihnen die Vorfreude und Motivation sofort an. Noch sind sie nicht nervös. „Was kommt, das kommt“, sagt Burghardt gelassen. Ganz so cool, wie sie tun, sind die vier selbstbewussten Frauen dann aber doch nicht. Vor allem die Preise für die Ware machen ihnen ein wenig Sorgen. „Der Einkaufspreis ist jetzt höher“, sagt Auerbach. Deswegen müssen die Verbraucher jetzt etwas mehr bezahlen. „Hoffentlich versteht das der Kunde, und niemand ist enttäuscht“, merkt sie an.

Bis zur Eröffnung am 1. Februar gibt es noch einiges zu tun. Etliche Regale sind leer. Das Schild mit dem neuen Namen „Meine Drogerie“ fehlt auch noch. Draußen am Laden hängt stattdessen das alte Schlecker-Logo. Diese Zeit haben die Frauen allerdings längst hinter sich gelassen. Auch wenn alle kein schlechtes Wort über die Drogeriemarkt-Kette verlieren, freuen sie sich doch auf die neue Arbeit. Auch das Unwort des Jahres 2012 – „Schlecker-Frauen“ können sie nicht mehr hören. „Das Thema ist abgehakt“, sagt Auerbach. „Für uns beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt“, fügt Vogel hinzu.

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