Landkreis Kassel liegt bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in Nordhessen ganz vorn

Ein Viertel ökologisch erzeugt

Kreis Kassel. Bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien ist der Landkreis Kassel in Nordhessen Spitze: 22,7 Prozent, also fast ein Viertel des Stroms, wird durch Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse und Klärgas hergestellt. In den anderen Landkreisen liegt die Quote deutlich geringer. Und der Hessen-Durchschnitt liegt laut hessischem Umweltministerium bei nur 5,6 Prozent.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg“, meint Vizelandrätin Susanne Selbert. Der Landkreis sei bei der Erzeugung von Öko-Strom sehr aktiv. So werden 15 Prozent des benötigten Stroms in den 75 Schulen und den Kreisgebäuden in Kassel, Wolfhagen und Hofgeismar selbst hergestellt.

Ende 2009 erzeugten die kreiseigenen Anlagen 6000 Megawattstunden (MWh) Wärmeenergie und 1000 Megawattstunden Strom. Der Schwerpunkt der Heizenergieerzeugung lag bei acht Holzhackschnitzelfeuerungsanlagen sowie fünf Holzpelletanlagen. Der umweltfreundliche Strom wurde vor allem von Fotovoltaikanlagen erzeugt.

Laut Regierungspräsidium Kassel (RP) werden im Landkreis Kassel 41,4 MWh/Jahr Strom aus Biomasse (inklusive Klär- und Deponiegas) erzeugt, aus Windkraftanlagen 80,5 MWh pro Jahr, aus Wasserkraftanlagen 26,2 MWh und mit Fotovoltaikanlagen 28,1 MWh.

Auch bei der Biomassenutzung steht der Landkreis nordhessenweit an der Spitze. „Derzeit gibt es 29 Biomasseanlagen im Kreis“, sagt Selbert. Darüber hinaus sind 99 Windkraftanlagen (Stand: Ende 2009) aktiv.

Räumlich gesehen verteilt sich die Erzeugung von erneuerbaren Energien sehr unterschiedlich auf die einzelnen Kommunen. Einige Orte können den für ihr Gebiet benötigten Strom im vollen Umfang umweltfreundlich erzeugen.

2010 viele neue Anlagen

An der Spitze steht Trendelburg mit einer erzeugten Leistung von 24 000 Kilowattstunden (kWh) bei einem Jahresstromverbrauch von 15 000 kWh, gefolgt von Bad Emstal mit 24 000 kWh und einem Jahresstromverbrauch von 20 000 kWh.

„In beiden Kommunen spielt die Windkraft die entscheidende Rolle“, sagt Selbert. Weitere Kommunen, die mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, als sie verbrauchen, sind Breuna und Liebenau.

Stellt man die Energieart in den Vordergrund, nimmt Wolfhagen bei der Fotovoltaik den Spitzenplatz ein. Bei der Biomasse führt Hofgeismar, bei der Wasserkraft Fuldatal. Im Bereich Klär- und Deponiegas ist Hofgeismar durch den auf der Deponie Kirschenplantage erzeugten Strom konkurrenzlos, bei der Windkraft führt Bad Emstal.

Da 2010 viele weitere Anlagen gebaut wurden, werde der Landkreis seine Spitzenstellung weiter ausbauen, meint Vizelandrätin Selbert.

Von Holger Schindler

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.