Neues Kapitel in Endlosgeschichte um Niester Sorgenkind - Entscheidung bis zum Mai

Vierter Anlauf für Sonnenhang

Eine endlose Geschichte: Seit Jahren wird versucht, das frühere Café Sonnenhang wiederzubeleben. Die Illustration zeigt den Entwurf für ein Bettenhaus, der jetzt nicht verwirklicht wird. Illustration: nh

Nieste. Drei Anläufe, das frühere Café und Ausflugsziel Sonnenhang in Nieste in eine Frühstückspension umzubauen, sind gescheitert. Jetzt schlägt die Gemeinde das vierte Kapitel einer schier endlos anmutenden Geschichte auf. Derzeit, so Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD), laufen Verhandlungen mit einem möglichen Investor aus Niedersachsen, der in dem großen Gebäude am Waldrand 20 einfache Pensionsbetten schaffen und auch selbst dort wohnen möchte.

Bei den früheren Interessenten ist es jeweils an der Finanzierung der nötigen Investitionen gescheitert. Beim letzten Versuch war deutlich geworden, dass sich der Sonnenhang als reines Bettenhotel nicht wirtschaftlich betreiben lässt.

Um die Wirtschaftlichkeit zu ermöglichen, musste Nieste sein Angebot deutlich nachbessern. Das sieht laut Paul jetzt so aus: Das Gebäude wird für 100 000 Euro verkauft, die Gemeinde bleibt Eigentümerin des Grundstücks und verpachtet es auf 99 Jahre.

Im Jahr 2006 hatte die Gemeinde den Sonnenhang für 315 000 Euro ersteigert, um „unhaltbaren Zuständen“ mit Rechtsradikalen und einer Art Minizoo dort ein Ende zu bereiten. Noch heute denkt Paul, dass das kein Fehler war.

„Wir haben uns die Ruhe im Dorf erkauft“, sagt der Verwaltungschef. Die Kehrseite: Seit nunmehr fünf Jahren hat das kleine Nieste einen dicken finanziellen Klotz am Bein, alle Versuche, das einstmals beliebte Haus zu neuer Blüte zu führen, sind gescheitert.

Nun also der vierte Versuch: Vom Traum eines hochpreisigen Tourismus hat sich Nieste verabschiedet.

Im Sonnenhang soll eher eine einfache Frühstückspension Platz finden, die sich besonders an naturverliebte Wandersleute richtet. Die kommen in immer größerer Zahl nach Nieste, seit die Wanderschule stets neue Angebotspakete schnürt.

In vier Wochen läuft die Frist ab, die Nieste dem neuen Investor gesetzt hat. Im Mai, so hofft Paul, solle der Sonnenhang dann in trockenen Tüchern sein. (tom)

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