Wahl gilt angesichts der Mehrheitsverhältnisse als sicher

Vize-Landrätin Selbert will LWV-Chefin werden

Seit 2009 Vizelandrätin: Susanne Selbert soll Direktorin des Landeswohlfahrtsverbandes werden. Die Wahl der Verbandsversammlung ist im Dezember.

Kreis Kassel. Über einen Wechsel auf einen anderen Posten wurde immer wieder spekuliert, jetzt macht Vize-landrätin Susanne Selbert (SPD) ernst

Die 56-Jährige wird im kommenden Jahr Chefin des Landeswohlfahrtsverbands (LWV) mit Sitz in Kassel. Entsprechende Informationen der HNA bestätigte Selbert am Mittwoch auf Anfrage.

Sie freue sich auf die neue Aufgabe, sagte die Juristin, die seit 2009 stellvertretende Landrätin ist. Die Kreisverwaltung, bei der Selbert seit 1992 arbeitet, verlasse sie „mit einen lachenden und einem weinenden Auge“.

Als Zusammenschluss der Landkreise und kreisfreien Städte in Hessen kümmert sich der LWV um zentrale soziale Aufgaben wie die Behindertenhilfe. Mit 1,9 Milliarden Euro verfügt der Verband nach dem Land den größten öffentlichen Haushalt in Hessen. Über den Einsatz des Geldes entscheidet die 75-köpfige Verbandsversammlung, die auch als Hessisches Sozialparlament bezeichnet wird.

Vier in der Koalition

Dort hat sich die bestehende Koalition aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern auf Selbert als Nachfolgerin für den CDU-Politiker Uwe Brückmann verständigt. Ihre Wahl gilt damit als sicher. Der Fahrplan sieht vor, dass Selbert am 6. Dezember dieses Jahres von der Verbandsversammlung zur Landesdirektorin gewählt wird. Ihr neues Amt wird die Sozialdemokratin, die beim Landkreis unter anderem für Soziales und Abfallwirtschaft zuständig ist, im Mai 2018 antreten. Als Vertreterin des Landkreises gehört Selbert bereits der LWV-Verbandsversammlung an.

Der Politikerin werden seit geraumer Zeit Ambitionen auf höhere politische Ämter nachgesagt. Erst vor zwei Jahren war die Enkelin von Elisabeth Selbert, einer der „Mütter“ des Grundgesetzes, vom Kreistag für sechs Jahre als Vize-Landrätin wiedergewählt worden.

Neuer Vize?

Landrat Uwe Schmidt (SPD) benötigt nun einen neuen Vize. Dem Vernehmen nach ist noch völlig offen, wer für den Führungsposten infrage kommt. Als ein Anwärter auf die Stelle des Ersten Kreisbeigeordneten ist Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) denkbar. Er ist Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Der Posten könnte aber auch an eine andere Partei gehen – und zwar dann, wenn die SPD im Kreistag doch noch eine Koalition eingeht. Bislang setzt Schmidt, der sich nicht auf eine absolute Mehrheit im Kreistag stützen kann, auf wechselnde Bündnisse. Denkbar wäre eine Koalition mit den Grünen.

Ein Wechsel zum LWV lohnt sich für Selbert finanziell. Als Landesdirektorin wird sie rund 9950 Euro brutto (Grundgehalt B 8) im Monat verdienen, rund 1500 Euro mehr als in ihrem bisherigen Job (B 5).

Hintergrund: Hilfe im Alltag

Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) ist der Träger der überörtlichen Sozialhilfe. Nach dem Sozialgesetzbuch ist der LWV für die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen bei der Alltagsbewältigung zuständig. Die finanzielle Zuwendung nennt sich Eingliederungshilfe. Ziel ist, dass behinderte Menschen möglichst selbstständig und selbstbestimmt leben.

Das Integrationsamt des LWV ist in Hessen für rund 90 000 berufstätige behinderte Menschen zuständig. Angestrebt wird zunehmend, dass diese in den eigenen vier Wänden leben.

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