Völlig überzogen

Mit schwerem Geschütz rückt die Gemeinde Lohfelden gegen winterliche Gefahren zu Felde, die die Einwohner angeblich akut bedrohen: Glatte Wege durch Schnee und Eis könnten zu Verletzungen führen.

An mehr als 30 Stellen hat die Gemeinde Fußwege komplett dicht gemacht und mit einer Vielzahl von Baulampen gesichert. Ganz Lohfelden wirkt nun wie eine flächenhafte Großbaustelle. Eine Gemeinde im Ausnahmezustand – soll das nun jeden Winter so sein?

Hoffentlich nicht. Das Vorgehen ist völlig unverhältnismäßig und überzogen – kein Wunder, dass sich Widerstand von Bürgern und den Parteien regt.

Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass für den Versicherungsschutz die bisherigen Warnschilder nicht mehr ausreichen, dann muss die Gemeinde wichtige Wege eben räumen. Wo und wie, bitteschön, sollen sich Fußgänger in Lohfelden denn sonst bewegen?

Die Sperr-Orgie erinnert an unrühmliche Maßnahmen in Kassel wie die Erhöhung der Brückengeländer und die Lollis, die dort 1993 sogar zum Machtwechsel im Rathaus führten. Will man das in Lohfelden riskieren? Wohl kaum.

Im Rathaus sollte man schleunigst über Alternativen nachdenken. Sonst macht sich Lohfelden als gesperrte Gemeinde zum Gespött der Nachbarn und taucht obendrein nächstes Jahr im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes auf. hol@hna.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.