Ehepaar Müller nutzt wegen brütender Hausrotschwänze nur den Kellereingang

Vogelfamilie an der Haustür

Ungewöhnliche Brutstätte: Im Türkranz der Müllers aus Espenau hat sich ein Hausrotschwanz eingenistet. Fotos: Sommerlade

Espenau. Junges Familienglück sollte man nicht stören. Dieser Auffassung waren jetzt auch Siegmund und Trudel Müller aus Espenau, als sie direkt vor ihrer Haustür eine ungewöhnliche Entdeckung machten. In dem üppig dekorierten Türkranz am Hauseingang hütete ein Hausrotschwanz Nest und Nachwuchs.

Um die Vogelfamilie nicht zu stören, verzichten die Müllers daher darauf, ihr Haus durch den dafür vorgesehenen Eingang zu nutzen. Stattdessen wählt die naturverbundene Familie den Kellereingang. „Wir sind sehr bemüht, die Vögel nicht zu verschrecken“, so das Ehepaar.

Es hat übrigens eine ganze Weile gedauert, bis das ungewöhnliche Nest gefunden wurde. „Immer wieder haben wir uns über Moos, Federn und Papier auf der Eingangstreppe gewundert“, erinnert sich die Hausherrin. „Erst nach der wiederholten Reinigung des Eingangsbereichs kam ich auf die Idee, dass es sich um Nistmaterial handeln könnte. Nach dieser Erkenntnis begann dann die Suche nach dem Nest“, erzählt sie lachend. Zeitgleich beobachtete die Seniorin einen auffällig oft auf dem Gartenzaun sitzendes Rotschwänzchen. „Aus sicherer Entfernung beobachtete das Weibchen damals schon sein Nest.“

Seit die Müllers den Eingangsbereich des Hauses weitestgehend meiden und den Vögeln die nötige Ruhe gewähren, werden sie oft Zeuge der regelmäßigen Fütterung des Nachwuchses.

Für Siegmund Müller sind solche Naturspektakel etwas Besonderes. „Es macht einfach Freude, dabei zuzusehen, wie die Jungvögel heranwachsen.“ Die Rotschwänzchen-Begebenheit erinnert ihn an eine ähnliche Situation vor mehr als 30 Jahren. Seinerzeit hatten sich Schwalben bei den Müllers eingenistet.

„Ich habe stundenlang vor dem Nest ausgeharrt, um Fotos von der Fütterung zu erhalten.“ Seine Ausdauer zahlte sich damals aus. Die spektakulären Fotos, die ihm seinerzeit gelangen, hängen noch heute im Haus der Müllers.

Mit der Hausrotschwanz-Familie plant er Ähnliches. „Aktions-Fotos sind aber immer mit sehr viel zeitlichem Aufwand verbunden. Und ein bisschen Glück muss auch immer dabei sein. Es bleibt also abzuwarten, ob mir vielleicht auch bei den Rotschwänzchen einige Fotos vom Nachwuchs glücken“, so Müller.

Von Martina Sommerlade

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