Start im Mai

Bei VW wird Halle für Fertigung des Elektroantriebs vorbereitet

Baunatal. Im Mai soll der Betrieb anlaufen. Dann soll der Elektroantrieb von VW im Baunataler Werk gefertigt werden, damit im Herbst der e-up als erstes Auto des Konzerns, das allein mit Strom fährt, auf den Markt rollen kann.

Drei Produktionslinien in der Halle 6 müssen eingerichtet, erprobt und optimiert werden. Im vierten Quartal soll dann die Arbeit für den e-Golf starten, der soll im Frühjahr 2014 auf den Markt.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und es wird auch schon gefertigt. Der Entwicklungsbereich und das Werk im slowakischen Bratislava, wo der e-up montiert wird, benötigen Statoren und Motoren. Alle Maschinen werden in Halle 6, licht und hell, auf einem „schönen, weißen Fußboden“ stehen, der jetzt noch zum Teil abgedeckt ist, sagt Sandra Müller-Lauhof, Abteilungsleiterin für alternativen Antrieb im Baunataler Werk. Sauberkeit und Sicherheit der Produktion sind im Elektrobereich noch wichtiger als anderswo, um Qualität zu gewährleisten. Fast alle Maschinen – sie arbeiten großenteils automatisch – sind deshalb in Plexiglas eingehaust.

55 000 Quadratmeter oder etwa acht Fußballfelder misst die Halle 6, die früher der Vertrieb Original Teile nutzte. Nur 3500 m2 davon benötigt die E-Traktion. Im übrigen Teil werden Direktschaltgetriebe für Audi hergestellt.

120 Elektro-Einheiten sollen später pro Tag gefertigt werden, 40 für den e-up, 80 für den Golf, sagt Projektleiter Michael Grothues, Alle neun Minuten soll laut Unterabteilungsleiter Karsten Köllner eine Komponente die ZSB-Montage, wo Stator und Motor vereinigt werden, verlassen. Aus jetzt 20 Mitarbeitern sollen 60 werden, die dann drei Schichten fahren. 20 Mio. Euro wurden investiert.

„Weltweit einmalig“ sei der Analyseplatz, sagt Köllner: Hier werde jeder E-Antrieb auf Herz und Nieren geprüft. Bei 250 Exemplaren für die Vorserie, für Tests in Finnland und Südafrika ist das schon erfolgt.

Anders als bei früheren Entwicklungen bei VW wurden die Mitarbeiter sehr früh ins Planen einbezogen. Sie halfen mit, aus einem manuellen einen automatischen Prozess zu machen. Davon zeugt eine Art Papplabyrinth in einer Ecke der Halle: Hier wurden Fertigungsbereiche zunächst aus Karton gebaut, um alles durchzuspielen. „Das Produkt muss herstellbar sein“, sagt Müller-Laufhof und ergänzt mit Blick auf das Team der E-Traktion: „Das ist ihr Baby.“

Maschinen mit wenig Energie- und Platzbedarf waren den Verantwortlichen wichtig, Stichwort Wirtschaftlichkeit, zudem ergonomisch gestaltete Arbeitplätze, auch für Menschen mit Behinderung. Höhe und Griffweite können verstellt werden, Montieren im Sitzen oder Stehen ist möglich. Weil: Ganz ohne Handarbeit läuft der E-Antrieb nicht.

Von Ingrid Jünemann

Bilder aus der Halle

VW bereitet sich auf Produktion des Elektroantriebs vor

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