Prüfung bis zur Profiltiefe

Werksicherheit bei VW: Von Lkw-Kontrollen und Besuchern mit Bierzeltgarnituren

+
Kontrollieren ganz genau die Ladung eines Lastwagens: Sebastian Goerges und seine Kollegin Sarah Köhler vom Werkschutz.

Werksicherheit, dahinter steckt weit mehr als nur die Zu- und Ausgangskontrolle an den Toren des VW-Werkes Kassel in Baunatal.

Fragt man Leiter Dirk Wiegand nach den Aufgaben, folgt eine lange Auflistung. Tor- und Empfangsdienst mit Zu- und Ausgangskontrollen, Verkehrsdienste und Überwachung sowie Betriebsschutz und Streifendienst sind nur ein Teil der Zuständigkeiten.

Dirk Wiegand, Leiter der Werksicherheit

„Wir sind für die Sicherheitskonzepte in allen Gebäuden auf dem Werkgelände sowie an weiteren Standorten zuständig“, erklärt Wiegand. Auch wenn hochrangige Politiker das Werk besuchen, ist sein Team gefragt. Doch nicht nur auf dem bekannten Terrain der VW-Standorte sind die Spezialisten gefragt. Auch bei Hauptversammlungen und Automessen wie dem Genfer Autosalon sind sie bei Sicherheitsaspekten gefragt.

1,2 Millionen Fahrzeugbewegungen gibt es im Jahr an den Toren des VW-Werkes. Hinein darf nur, wer eine Berechtigung hat, ansonsten bleiben die Schranken zu.

Kein Zutritt für Unbefugte zum VW-Werk

„Natürlich gab es auch schon Versuche, sich unbefugt Zutritt zum Werk zu verschaffen“, sagt Michael Röder, Leiter vom Werkschutz, der zur Abteilung Werksicherheit gehört. Deswegen gebe es auch den sogenannten Streifendienst, sodass die Chancen, unbemerkt über Zäune zu klettern, so gering wie möglich bleiben.

661.000 Lkw passieren jedes Jahr die Tore des Werkes. Stichprobenartig werden Fahrzeuge und Ladungen überprüft. Schritt für Schritt wird von Kollegen wie Sarah Köhler und Sebastian Goerges ein Kontrollzettel abgearbeitet. Von der Anzahl der geladenen Behälter, über die Sicherung der Ladung bis hin zur Profiltiefe der Reifen wird alles genau geprüft. Sicherheit wird bei VW in allen Bereichen großgeschrieben – daran will die Abteilung keinen Zweifel aufkommen lassen.

Michael Röder, Leiter des Werkschutzes

Wie umfangreich die Aufgaben sind, belegen auch tierische Einsätze. So ging im Dezember vergangenen Jahres ein Anruf ein, dass in Halle Eins des Getriebebaus ein Uhu sich eingenistet habe. Auch in solchen Fällen ist der Werkschutz gefragt. „Wir haben sofort einen Falkner kontaktiert und die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium eingeschaltet“, berichtet Michael Röder. Eine Gefahr habe zu keiner Zeit für VW-Mitarbeiter oder das Uhu-Weibchen bestanden, welches auf den Namen Hedwig in Anlehnung an die Harry-Potter-Filme getauft wurde. Gut eine Woche später hatte der Vogel von alleine die Werkhalle wieder verlassen.

Besucher bauten Bierzeltgarnitur auf Parkplatz auf

Während Hedwig freiwillig ging, wollte eine Besuchergruppe gar nicht mehr weg vom VW-Werk. Nach dem Besucherrundgang zurück am Bus wurde kurzerhand die Bierzeltgarnitur auf dem Parkplatz aufgebaut. Der Gruppe wurde mitgeteilt, dass dies nicht auf dem Besucherparkplatz gestattet ist.

Michael Röder fasst abschließend die Bedeutung ihrer Arbeit zusammen: „Wenn wir unseren Job gut machen, dann können die Werkmitarbeiter mit einem guten Gefühl an die Arbeit gehen.“ Und schiebt mit einem Lächeln nach: „Und sie machen ihren Job gut.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.