Verträge von Leiharbeitern werden verlängert

Betriebsversammlung bei VW: Beschäftigung auf längere Zeit gesichert

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Hatte viele positive Eckdaten im Gepäck: Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker. 4500 VW-Mitarbeiter hörten in der Halle 2 des Baunataler Werkes zu.

Baunatal. 1000 demnächst auslaufende Verträge von Leiharbeitern werden verlängert, 117 befristet Beschäftigte werden auf feste Jobs übernommen, der VW-Konzern investiert in den nächsten fünf Jahren knapp zwei Milliarden Euro im Werk Kassel in Baunatal.

Das sind nur einige Eckdaten aus einer ganzen Reihe, die die gute Laune von Betriebsrat und Werkleitung bei einer Betriebsversammlung am Dienstag in Halle 2 ausmachten. Für die 4500 Teilnehmer die wichtigste Nachricht: Die Entscheidungsträger sehen einhellig die Beschäftigung am Standort auf längere Zeit gesichert.

Vor allem das Investitionsprogramm für Baunatal lässt Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker positiv in die Zukunft blicken. Denn: Investitionen bedeuten sichere Arbeitsplätze. Pro Mitarbeiter, so Becker gegenüber der HNA, werden im kommenden Jahr umgerechnet 42 700 Euro investiert. Oder anders gesagt: Pro Arbeitstag fließen jeweils zwei Millionen Euro in die Modernisierung des VW-Werkes.

Lob für die Mannschaft

„Diese Investition bedeutet Beschäftigung für die nächste Zeit“, sagte der Werkleiter und gab ein Lob an die Belegschaft weiter. Die 2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2018 kämen nicht einfach so nach Baunatal, sondern „weil sich die Mannschaft das erarbeitet hat“.

Die Baunataler Mannschaft, die jüngst den Zuschlag für die Fertigung gleich mehrere Getriebemodelle der neuen Generation bekommen hat, bekommt allerdings zunehmend Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Produkte aus China und Tschechien, von VW und Skoda, - exakt so gefertigt wie die Teile aus Baunatal - drängen laut Becker auf den Markt. Das zeige, wie schwer es der nordhessische Standort habe.

Der Konzernbetriebsrat will vor allem dem drohenden Rücklauf von Getrieben aus China für Autos, die für den deutschen Markt bestimmt sind, einen Riegel vorschieben. Die Arbeitnehmervertretung habe dem Vorstand die Zusage abgerungen, dass keine Getriebe aus dem Reich der Mitte wieder zurück nach Deutschland importiert werden, berichtete Baunatals Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold.

War in den vergangenen Monaten der in Südeuropa einbrechende Automarkt ein Thema im Management, spielt dies nur noch am Rand ein Rolle. Der europäische Markt komme langsam wieder, sagte Bätzold. Im Vergleich zu einem Vorjahresmonat sei im Oktober erstmalig wieder eine Steigerung zu erkennen gewesen.

Fazit von Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker: Aufgrund der guten Auftragslage - insbesondere für den Automarkt in China und den USA - sei das Werk in Baunatal schon jetzt voll ausgelastet. „Alles, was noch dazu kommt, kommt obendrauf.“

Von Sven Kühling

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